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Vermischtes

Organklau – China will umstrittene Praxis stoppen

Freitag, 2. November 2012, 17:02 Uhr

China will in Zukunft darauf verzichten, die Organe von hingerichteten Häftlingen zu verwenden. Parallel soll das landesweite System für Organspenden weiter ausgebaut werden. Die Praxis hatte immer wieder für internationale Empörung gesorgt.

Ein System, das von den Organen von zum Tode Verurteilten abhänge, sei «weder ethisch noch nachhaltig», erklärte der Forscher Wang Haibo vom chinesischen Gesundheitsministerium.

Bild Menschen halten Banner mit chinesischen Buchstaben
Der chinesische Organ-Handel hat international immer wieder für Empörung gesorgt. Hier eine Demonstration anlässlich des Slowakei-Besuchs des chinesischen Präsidenten 2009. reuters / symbolbild

Schon früher hatte China unter internationalem Druck versprochen, die Praxis aufzugeben.

Späte Einsicht

Der unerwartete Richtungswechsel in der chinesischen Organspende-Praxis kommt spät, so spät, dass China längst von den Organen Hingerichteter abhängig ist. Offiziellen Zahlen zufolge brauchen 1,5 Millionen Patienten jedes Jahr eine Transplantation, doch werden nur 10'000 Transplantationen ausgeführt.

Die Abkehr vom bisherigen System soll gemäss Wang Haibo schrittweise verlaufen. Die chronische Knappheit an Organen macht einen raschen Ausstieg fast unmöglich.

Ausbau von Organspende-System

Parallel zum Stopp der «alten Methoden», wird China das seit 2009 bestehende landesweite Organspende-System weiter ausbauen. So soll die Abhängigkeit von den Organen hingerichteter Häftlinge verringert werden.

Der Mangel an Spender-Organen hängt auch mit dem Glauben der Chinesen zusammen. Viele sind von einer Reinkarnation nach dem Tod überzeugt und wollen daher vollständig bestattet werden.

(sda/muep; fref)