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Schweiz

Kassen sollen weiter für Abtreibungen zahlen

Freitag, 2. November 2012, 16:35 Uhr

Die Initiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache» stösst in der zuständigen nationalrätlichen Kommission auf wenig Gegenliebe. Sie lehnt das Volksbegehren ab und folgt damit dem Bundesrat.

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«Schädliche gesundheitliche und soziale Auswirkungen», dieser Ansicht war die Mehrheit der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK) des Nationalrats. Ausserdem würden mit Annahme des Volksbegehrens keine wesentlichen Kosten eingespart. Der Entscheid fiel deutlich mit 18:5 Stimmen bei einer Enthaltung.

Die Initiative aus christlich-konservativen Kreisen will, dass Abtreibungen nicht mehr von der obligatorischen Krankenversicherung bezahlt werden. Die Initianten erhoffen sich davon, dass es in der Schweiz zu weniger Abtreibungen kommt. Zudem sind die aus den Reihen der SVP, der CVP sowie der evangelischen Parteien EVP und EDU stammenden Initianten der Ansicht, dass niemand gezwungen werde dürfe, Abtreibungen anderer zu finanzieren.

Bundesrat dagegen

Die Initiative war im August 2011 mit fast 110'000 gültigen Unterschriften zustande gekommen. Im Mai 2012 empfahl der Bundesrat das Volksbegehren zur Ablehnung. Die Regierung will, dass auch künftig «moralische, religiöse oder sozialethische und nicht finanzielle Kriterien» bei einem Entscheid für oder wider eine Abreibung im Vordergrund stehen.

Dafür setzt sich auch eine breite Koalition aus Vertreterinnen von SP, FDP, CVP und Grünen ein. Das Gegenkomitee formierte sich noch bevor das Anliegen in die parlamentarische Beratung kam.

Mit der im Jahr 2002 mit einem Ja-Stimmenanteil von 72 Prozent vom Volk angenommenen Fristenregelung ist ein Schwangerschaftsabbruch in den ersten zwölf Wochen straflos. Bedingung ist, dass die Schwangere eine Notlage geltend macht und sich vom Arzt eingehend beraten lässt. Der Eingriff wird erst dann von der Grundversicherung finanziert.

Korrekt

In einer früheren Version dieses Artikels wurde die Eidgenössische Volksinitiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache» fälschlicherweise als «Abtreibung ist Privatsache» zitiert. Richtig ist aber, dass nicht die Abtreibung, sondern die Finanzierung der Abtreibung Privatsache sein soll. Wir entschuldigen uns für das Versehen.

(sda/muei;maiu)