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Schweiz

Ecopop-Initiative steht: Pille und Schlagbaum gegen Überbevölkerung

Freitag, 2. November 2012, 12:31 Uhr, Aktualisiert 14:28 Uhr

Familienplanung und Einwanderungskontrolle: Mit diesen Mitteln will Ecopop das ökologische Gleichgewicht wieder herstellen. Die Organisation hat ihre Initiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» mit über 120'000 beglaubigten Unterschriften eingereicht.

Bild Kampagnenplakat von ECOPOP
ECOPOP sieht die Schweiz im Besonderen und die Welt im Allgemeinen in akuter Gefahr. keystone

Das Volksbegehren hat zwei Stossrichtungen: Einerseits soll der Bund verpflichtet werden, 10 Prozent der Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit für freiwillige Familienplanung in Entwicklungsländern einzusetzen – sprich: Geburtenkontrolle. Andererseits soll die Zuwanderung in die Schweiz auf jährlich 0,2 Prozent der Bevölkerung beschränkt werden.

Rassismus-Stempel aufgedrückt

Dieses Anliegen hat den Initiantinnen und Initianten prompt den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit eingetragen und die Umweltorganisationen auf Distanz zur Initiative gehen lassen. Vor den Medien in Bern wies das Initiativkomitee den Vorwurf weit von sich: «Wir sehen kein Ausländerproblem», sagte Dieter Steiner, emeritierter ETH-Professor und Mitglied des Initiativkomitees.

Geht es nach dem Initiativkomitee, darf die Schweizer Bevölkerung jährlich nur noch um 16'000 Menschen wachsen. (Tagesschau 02.11.2012, 12:45 Uhr)

Auch Philippe Roch, ehemaliger Direktor des Bundesamts für Umwelt, der im Unterstützungskomitee sitzt, sprach von einer «völlig hysterischen Reaktion» der Medien. Wer das Bevölkerungswachstum aufs Tapet bringe, werde sofort als Nazi oder ähnliches abgestempelt. Er plädierte dafür, dieses Tabu zu brechen und eine offene und demokratische Debatte über das Thema zu führen.

Bild ECOPO-Aktivist bei Unterschriftensammlung
Die ECOPOP-Aktivisten sammelten fleissig Unterschriften – mehr als 120'000 waren es am Ende. keystone

Unterstützung von Rechts und Links

Wie die Umweltorganisationen haben bisher auch die nationalen Parteien der Initiative ihre Unterstützung versagt. Lokale Sektionen – sowohl der SVP als auch der Grünen – hätten sich aber an der Unterschriftensammlung beteiligt, hiess es beim Initiativkomitee. Ermöglicht worden war die Initiative durch ein Legat in Höhe von rund 400'000 Franken sowie Spenden von über 100'000 Franken.

Ecopop, die Vereinigung Umwelt und Bevölkerung, existiert seit 1971. Sie will der Umweltzerstörung durch Kontrolle des Bevölkerungswachstums und der Zuwanderung Herr werden. Ecopop distanziert sich aber ausdrücklich von fremdenfeindlichen und rassistischen Ansichten.

(sda/falt;fasc)