Inhalt

US-Wahlkampf 2012

Kopf-an-Kopf-Rennen: Wahl knapper denn je

Freitag, 2. November 2012, 8:10 Uhr, Aktualisiert 16:59 Uhr

Gemäss den neusten Umfragen liegt Barack Obama nur hauchdünn vor Mitt Romney im Rennen um das Weisse Haus. Wähler, die ihre Entscheidung von den neusten Arbeitsmarktzahlen abhängig machten, dürften enttäuscht sein: Die Tendenzen sind alles andere als eindeutig.

Bild

Die schwache Wirtschaft und hohe Arbeitslosigkeit waren von Anfang an die dominierenden Themen dieses Wahlkampfes gewesen. Romney lastet Obama Versagen auf beiden Gebieten an. Die Arbeitslosenquote war allerdings im September erstmals seit langem unter die Acht-Prozent-Marke gesunken, auf 7,8 Prozent.

Im Oktober stieg die Zahl nun auf 7,9 Prozent, wie die neusten Arbeitslosenzahlen belegen. Trotz mehr geschaffener Stellen. Experten halten es für möglich, dass das Ergebnis noch unentschiedene Wähler auf die eine oder andere Seite ziehen könnte.

Schlechte Daten wären im Kopf-an-Kopf-Rennen ums Weisse Haus perfekte Munition für seinen Kontrahenten Mitt Romney gewesen, positive Überraschungen hätten die Wiederwahl des Amtsinhabers wahrscheinlicher gemacht. Doch letztlich liefert der Bericht nun keinem der Kandidaten Schützenhilfe.

Arbeitslosenzahlen Oktober

Die US-Wirtschaft hat überraschend viele Stellen geschaffen. Die Zahl der Beschäftigten stieg im Oktober um 171'000, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Experten hatten lediglich mit 125'000 gerechnet. Mehr dazu hier.

Trotz des jüngsten Umfrageergebnisses, das Obama mit siebenhundertstel Prozentpunkten vor Romney sieht, sind es die von den Wählern bestimmten Elektoren, die über die Präsidentschaft entscheiden.

Bloomberg hinter Obama

Schützenhilfe erhielt der Amtsinhaber am selben Tag vom New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg. Dieser äusserte sich zwar auch enttäuscht über die vergangenen vier Obama-Jahre, aber hält den Demokraten immer noch für am besten geeignet, die Herausforderungen für das Land zu meistern.

Bild New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg. (reuters)
Bloomberg ist seit 2001 Bürgermeister von New York. 2007 trat er aus der republikanischen Partei aus – seither ist er parteilos. reuters

Der parteilose Bloomberg verwies in diesem Zusammenhang auf «Sandy». Die Zerstörung, die der Sturm nach New York und in andere Teile des Nordostens gebracht habe, «hat scharf vor Augen geführt, was bei der Präsidentenwahl am Dienstag auf dem Spiel steht», schrieb der Bürgermeister in einem Meinungsartikel für seine gleichnamige Nachrichtenagentur. «Sandy» und «Irene», die New York in diesem und im vergangenen Jahr heimgesucht hätten, seien Zeichen für den Klimawandel. Gewählte Spitzenpolitiker müssten «unverzüglich» handeln.

Endspurt im Wahlkampf

Obama habe Schritte zur Reduzierung des Schadstoffausstosses unternommen, hob Bloomberg hervor. Romney habe während seiner Zeit als Gouverneur von Massachusetts ebenfalls Massnahmen in dieser Richtung ergriffen. Seitdem sei er aber von früheren Positionen abgerückt.

In den letzten Tagen vor der Präsidentenwahl wird der Ton von Obama und Romney bissiger. (Tagesschau 02.11.2012, 12:45 Uhr)

Nach einem Waffenstillstand wegen der verheerenden Folgen von «Sandy» kehrten Obama und Romney wieder auf ihren gegenseitigen Angriffskurs zurück. Beide konzentrieren sich in ihrem Endspurt auf besonders heiss umkämpfte Bundesstaaten, die die Wahl am kommenden Dienstag entscheiden könnten.

Obama ist zurück im Wahlkampf – Auftritt in Las Vegas. «Sandy» ist das erste Thema, das der Präsident anspricht. (Englisch, Originalton)

So reiste Obama am Donnerstag nach Wisconsin, Nevada und Colorado, Romney hielt gleich drei Kundgebungen in Virginia ab.

(sda/mery;mihm)