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International

Islamisten in Nigeria: Waffenruhe für Gefangenenaustausch

Freitag, 2. November 2012, 10:28 Uhr, Aktualisiert 12:56 Uhr

Die nigerianischen Islamisten der Sekte Boko Haram sind unter bestimmten Bedingungen zu einer Waffenruhe bereit. Als Gegenleistung müssten die Behörden alle inhaftierten Mitglieder der Gruppe auf freien Fuss setzen. Während dem Verhandlungsangebot wurden weitere Personen getötet.

Die angebotene Waffenruhe unter den Bedingungen der Freilassung aller inhaftierten Boko-Haram-Mitglieder äusserte der zweithöchste Kommandant der Sekte, Abu Mohammed Ibn Abdulasis, gegenüber Journalisten. Derzeit werden rund 1000 Boko-Haram-Kämpfer in verschiedenen Gefängnissen Nigerias festgehalten.

Bild Laptop, Munition und Maschinen-Gewehre liegen am Boden.
Die islamische Sekte Boko Haram wütet seit Jahren in Nigeria. Dutzende Menschen starben bereits durch Anschläge. reuters

«Terroristen vernichten»

Die Gruppe, die jeden westlichen Lebensstil ablehnt, ist für zahlreiche blutige Anschläge unter anderem auf Kirchen, Polizeistationen und Lokale mit Alkoholausschank verantwortlich. Seit 2009 kamen bei Attentaten je nach Quelle mehr als 1400 Menschen ums Leben.

Präsident Goodluck Jonathan reagierte mit einer Mitteilung. Man sei zu Verhandlungen bereit. Der Christ aus dem Süden des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas wirkt seit langem hilflos beim Kampf gegen die Sekte. Dennoch kündigte Jonathan mehrmals an, die Terroristen «vernichten» zu wollen.

Amnesty klagt Sicherheitskräfte an

Der Name Boko Haram bedeutet in der örtlichen Hausa-Sprache so viel wie «westliche Bildung verboten». Eine der schlimmsten Aktionen war die Anschlagserie auf christliche Kirchen am ersten Weihnachtstag 2011, bei der fast 40 Menschen ums Leben kamen. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Rund 165 Millionen Menschen leben in dem Staat. Je 45 Prozent der Bevölkerung sind christlich, bzw. muslimisch.

Bild Autobomben-Trümmer.
Die Islamisten terrorisieren das Land seit Jahren. keystone

Erst am Donnerstag hatte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International den nigerianischen Sicherheitskräften im Kampf gegen die Islamisten «Folter, Exekutionen, Brandstiftung und willkürliche Inhaftierungen» vorgeworfen. Das Militär und die Polizei verschärften die «dramatische Situation zusätzlich», hiess es. Sowohl der Staat als auch die Sekte wendeten immer wieder gesetzeswidrige Gewalt an - «mit verheerenden Folgen für die Rechte der Menschen zwischen den Fronten».

Weitere Tote

Ein General der nigerianischen Armee ist getötet worden. Vier Unbekannte hatten sich Zugang zu seinem Haus verschafft und den Mann erschossen.

Zeitgleich wurden in der Ortschaft Maiduguri 40 Personen von der Armee getötet. Sie gehörten zu der islamistischen Sekte. Die Armee spricht von einem Schlag gegen die Terroristen, Ortsansässige von Hinrichtungen.

(agenturen/fref;mery/fasc)