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Zürcher Forscher entdecken neue Zeckenerkrankung

Mittwoch, 31. Oktober 2012, 11:38 Uhr

Mikrobiologen der Universität Zürich haben eine neue Erkrankung nachgewiesen, die durch Zeckenstiche übertragen wird. Der Grossraum Zürich gilt als Risikogebiet.

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Neoehrlichiose heisst die neu entdeckte Zeckenerkrankung von Forschern des Instituts für Medizinische Mikrobiologie (IMM). Darauf waren die Wissenschaftler gestossen, nachdem 2010 erstmals Patienten auftauchten, die nach Zeckenbissen an wiederkehrendem hohem Fieber von bis zu 40 Grad, Gewichtsverlust und Unwohlsein litten. Weitere Erkrankungen folgten 2011 und 2012. Ein Auslöser aber konnte zunächst nicht identifiziert werden.

Die Forscher der Universität Zürich durchforsteten daraufhin das Blut der Patienten auf Erbgutspuren von möglichen Erregern und wurden fündig. Gleichzeitig mit Kollegen aus Deutschland und Schweden wiesen sie ein Bakterium namens Candidatus Neoehrlichia mikurensis nach.

Zeckenerkrankungen

Neben der neu entdeckten Neoehrlichia sind in der Schweiz zwei weitere von Zecken übertragene Krankheiten bekannt: die Borreliose, die von Bakterien verursacht wird, und die virale Frühsommer-Meningoenzaphalitis (FSME), die eine schwere Gehirnentzündung auslösen kann.

Bis heute sind in Europa insgesamt acht Patienten mit dem neuen Erkrankungsbild beschrieben, drei davon im Grossraum Zürich. Sie alle hatten dieselben Symptome und konnten durch eine Antibiotikatherapie vollständig geheilt werden.

Neuer Schnelltest für die Praxis

Gemäss weiteren Untersuchungen tragen im Grossraum Zürich fünf bis zehn Prozent der Zecken den Erreger in sich. Deshalb könne das Gebiet zum Risikogebiet erklärt werden. Die Bevölkerung müsse sich aber nicht mehr Sorgen machen als vorher, erklärt Guido Bloemberg vom IMM. Die Erkrankung sei für Gesunde vermutlich weniger gefährlich als die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und ist sie ist mit Antiobiotika leichter zu therapieren als Borreliose.

Bloemberg glaubt, dass es die Erkrankung schon länger, vielleicht seit zehn Jahren, in der Schweiz gibt. Doch es fehlte bisher ein Labortest, um sie nachzuweisen. Nun hat Bloembergs Team einen DNA-basierten Test entwickelt, der innerhalb nur eines Arbeitstages auch die kleinsten Erbgutschnipsel des Erregers mit hoher Präzision nachweist.

(sda/mery;buev)