Wirtschaft
UBS streicht in der Schweiz 2500 Stellen
Die Grossbank UBS verkleinert ihr Investmentbanking und baut in den nächsten 3 Jahren knapp 10'000 Stellen ab. In der Schweiz sind rund 2500 Stellen betroffen. Zudem kündete die Bank einen Verlust von 2,2 Milliarden Franken im dritten Quartal an.
Bis 2015 werde die Bank voraussichtlich noch rund 54'000 Mitarbeitende beschäftigen und damit gegenüber dem Stand von Mitte 2012 rund 9'500 Stellen abbauen, wie die UBS bekannt gab.
Rund ein Viertel des geplanten Stellenabbaus entfällt auf den Heimatmarkt. In der Schweiz sollen 2500 Stellen gestrichen werden, sagte Konzernchef Sergio Ermotti. Betroffen sind vor allem Investmentbanker. Damit verbunden baut die Bank auch Informatikerstellen ab. Ansonsten dürfte der Jobabbau hauptsächlich London und die USA betreffen.
Die Bank will damit jährlich 3,4 Milliarden Franken einsparen, wodurch die Kosten bis 2015 jährlich um 5,4 Milliarden Franken sinken sollen.
Redimensionierte Investmentbank
Die Investmentsparte soll deutlich verkleinert werden, indem sie sich auf ihre Kerndisziplinen konzentrieren wird. Vor allem zieht sich die Bank aus Teilen des Handels mit Obligationen und strukturierten Produkten zurück. Dies ist jener Teil der Investmentbank, in dem 2007 die Milliardenabschreiber ausgelöst wurden, die zur Finanzkrise führten.
Stattdessen sollen sich die Investmentbanker künftig auf Beratung, Marktanalysen sowie den Handel mit Aktien, Devisen und Edelmetallen konzentrieren.
«Das Investmentbanking, wie wir es heute kennen und die letzten zehn, fünfzehn Jahre kannten, gehört der Vergangenheit an», führte Ermotti an einer Medienkonferenz aus. «Ich sehe angesichts der Basel-III-Vorschriften nicht, wie einige dieser Geschäfte in Zukunft profitabel geführt werden können. Veränderungen drängen sich deshalb auf.»
Die UBS wolle weiterhin die weltweit führende Vermögensverwaltungsbank und die Nummer 1 in der Schweiz bleiben. «Die UBS ist weltweit führend im Vermögensverwaltungsgeschäft, sie verwaltet 1,63 Billionen Franken Kundenvermögen. Die UBS ist in der Schweiz als Universalbank die Nummer eins. Dies sind Geschäftspositionen, welche Wettbewerber nicht einfach kopieren können.»
Ermotti beteuert zudem, dass es im Rahmen der Neuausrichtung zu keinen weiteren Abbaumassnahmen mehr komme.
Verkleinertes Investmentbanking
Der Rückbau des Investmentbankings bei der UBS kommt nicht überraschend. Für die Schweizer Bank war der Bereich schon seit Jahren ein Sorgenkind. SF-Wirtschaftsexperte Reto Lipp erklärt die Entwicklung der Sparte.
Zudem verlässt der bisherige Co-Chef der Investmentbank Carsten Kengeter die Geschäftsleitung. Andrea Orcel übernimmt per sofort die Führung diese Sparte, wie die Bank weiter festhält. Kengeter übernimmt die Verantwortung für die Bewirtschaftung der nicht weitergeführten Geschäfte und Positionen.
Kundengelder nehmen zu
Für das dritte Quartal 2012 muss die Bank einen Reinverlust von 2,17 Milliarden Franken hinnehmen. Die UBS rechnet auch im laufenden vierten Quartal 2012 mit einem Konzernverlust. Als Folge des Konzernumbaus geht die Bank im letzten Jahresabschnitt von Restrukturierungskosten in Höhe von ungefähr 500 Millionen Franken aus.
(agenturen/sf/coro/hesa;mihm)



