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Schweiz

Schweizer Jugendliche wollen flexibel bleiben

Dienstag, 30. Oktober 2012, 18:40 Uhr

Trotz angespannter Wirtschaftslage: Die meisten Jugendlichen in der Schweiz blicken zuversichtlich in die Zukunft – und sind weniger mut- und planlos als angenommen. Dies geht aus dem dritten Jugendbarometer der Credit Suisse hervor.

Die 15- bis 25jährigen in der Schweiz haben klare Zukunftspläne, sind aber in beruflicher Hinsicht flexibel. Sie wissen, dass die Wirtschaft nicht auf sie gewartet hat, sind aber überzeugt, dass sie sich ihren Platz erarbeiten können.

Bild Jugendliche sitzen in einem Klassenzimmer. (keystone)
Keine Vielleicht-Generation, sondern eine, die anpackt: Jugendliche in der Schweiz. keystone

Deshalb zeichnen die Autoren des Jugendbarometers auch ein anderes Bild der Jugend: Sie sprechen von einer pragmatischen, anpackenden, so genannten «Hands on»-Generation. Von einer Maybe-Generation, wie die Altersklasse auch bezeichnet wird, sei die Jugend in der Schweiz weit entfernt. Der Grund dafür? «Das duale System der Schweiz (Berufslehrgang und Hochschulausbildung, Anm.d.Red.) und die geringe Jugendarbeitslosigkeit fördern eine pragmatische Berufssicht der Jungen mit generell hoher Leistungsbereitschaft», so die Autoren.

Job und Privatleben in der Balance

Als besonders leistungsorientiert und optimistisch in Berufsfragen bezeichnet die Untersuchung Junge, die nach der Lehre eine Weiterbildung gemacht haben. Gymnasiasten und Studenten achten besonders auf eine Selbstverwirklichung. Pragmatisch ohne weitergehende ideologische Erwartungen an den Beruf sind demzufolge Junge vor, in der oder nach der (ersten) Lehre.

Obwohl der Beruf einen hohen Stellenwert hat, wollen die Jugendlichen ihm dennoch nicht alles unterordnen. Wichtig ist ihnen die Ausgewogenheit von Beruf und Freizeit, eine Work-Life-Balance. An der Spitze der Werte-Hitliste stehen verlässliche Freunde, Ehrlichkeit und Treue.

Für die repräsentative Studie im Auftrag der Credit Suisse befragte das Forschungsinstitut gfs.bern im März und April dieses Jahres 1000 Einwohner der Schweizer zwischen 16 und 25 Jahren.

Jugendbarometer 2012

Um einen internationalen Vergleich zu ermöglichen, wurden für das Jugendbarometer Gleichaltrige in Brasilien und in den USA befragt.

1. 66 Prozent der befragten Schweizer blicken zuversichtlich in die Zukunft.(Brasilien: 73 Prozent, USA: 56 Prozent).

2. 86 Prozent der befragten Schweizer nennen die Verwirklichung der eigenen Träume als wichtigstes Lebensziel. (USA: 79 Prozent, in Brasilien ist es mit 81 Prozent die Karriere)

3. 51 Prozent der befragten Schweizer nennen ihren aktuellen Job als Traumjob. (Brasilien: 42 Prozent, USA: 32 Prozent)

4. 46 Prozent der befragten Schweizer möchten einmal viel Geld haben. (Brasilien: 64 Prozent, USA 61 Prozent)

5. 3 Prozent der befragten Schweizer haben Schulden. (Brasilien: 28 Prozent, USA: 42 Prozent)

6. 34 Prozent der befragten Schweizer sind politisch engagiert. (Brasilien: 44 Prozent, USA: 48 Prozent)

7. 30 Prozent der befragten Schweizer glauben, dass Politik und Verwaltung oft versage. (Brasilien: 57 Prozent, USA 51 Prozent)

8. 73 Prozent der befragten Schweizer kommunizieren mit ihren Freunden am liebsten per SMS. (USA: 61 Prozent, in Brasilien sind soziale Netzwerke mit 45 Prozent die beliebtesten Kommunikationsmittel)

9. 77 Prozent der befragten Schweizer nutzen Gratiszeitungen als Informationsquelle. (In Brasilien sind mit 60 Prozent und in den USA mit 70 Prozent elektronische Medien zuvorderst)

(Die gesamte Studie finden Sie hier.)

(sda/sf/mery; buev)