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«Sandy» wird zum «Winter-Zyklon»
Kalte Luft hat dem Sturm «Sandy» einen neuen «Kick» verliehen. Ausläufer des Monstersturms haben im Bundesstaat West Virginia und in den Appalachen mit starkem Schneefall und Sturmböen Chaos ausgelöst.
Mehr als 200'000 Menschen waren in West Virginia ohne Strom. In niedrig gelegenen Ebenen wurden 30 Zentimeter Schnee gemeldet. Die Behörden sperrten einen mehr als 70 Kilometer langen Abschnitt einer Autobahnverbindung zwischen West Virginia und Maryland.
Der Sturm bringe der US-Ostküste auch Unmengen an Niederschlag.In der Nacht waren nach Angaben von Meteorologen 300 bis 400 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen.
«Kalter Hurrikan»
Das Nationale Hurrikan-Zentrum in Miami stufte «Sandy» am Montagabend (Ortszeit) als einen «nach-tropischen Zyklon» oder «Winter-Zyklon» ein. Hurrikane wie Zyklone sind Wirbelstürme und entstehen in den Tropen über sehr warmem Wasser. Sie schwächen sich normalerweise ab, wenn sie auf Land treffen und der Energie-Nachschub von unten fehlt.
Anders bei «Sandy»: Dieser Sturm ist so schnell von der Karibik nach Norden gezogen, dass er seine Hauptenergie nicht mehr von unten, sondern von kalter Luft aus Norden bekommt – daher die Einstufung als «kalter Hurrikan».
Durch seine Vereinigung mit den Kaltwettersystemen auf dem Festland hat der anfangs als Hurrikan eingestufte «Sandy» noch einmal an Kraft gewonnen. «Das Tief hat dem Hurrikan einen neuen Kick verliehen», sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
Sturm über den Grossen Seen
Auf dem Weg übers Festland wird sich «Sandy» mit einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde in nordwestlicher Richtung zu den Grossen Seen bewegen. Meteorologen warnen vor mehr als sechs Meter hohen Wellen am Ufer des Michigansees in Chicago. Über grossen Teilen des Nordostens der USA wird mit schweren Regenfällen und einem hohen Risiko für Überschwemmungen gerechnet.
(agenturen/sf/meru/roso; buet)







