Schweiz
Nachrichtendienst-Chef setzt Uni-Vorlesungen aus
Der Chef des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB), Markus Seiler, hat eine ab Anfang 2013 geplante Lehrtätigkeit an der Universität St. Gallen (HSG) vorläufig ausgesetzt. Der Grund dürfte sein, dass Seiler wegen seiner Nebentätigkeiten in die Kritik geraten ist.
NDB-Sprecher Felix Endrich bestätigte einen Bericht der «Südostschweiz» und der «Aargauer Zeitung». Seiler habe die Einträge zur Veranstaltungsreihe auf der HSG-Homepage nach Absprache mit der Universität vorläufig sistiert.
Als Grund nannte Endrich, es solle geklärt werden, «ob unter den gegebenen Umständen und zum vorgesehenen Zeitpunkt eine Lehrtätigkeit opportun ist». Der NDB steht wegen des Ende Mai bekannt gewordenen Datendiebstahls in der Kritik. Aufsehen erregte vor einer Woche auch Seilers Gemeinderats-Kandidatur in Spiez (BE).
Die ab Februar 2013 geplante Vorlesungsreihe «Intelligence and Security Services in a Changing World» (Nachrichten- und Sicherheitsdienste in einer sich verändernden Welt) stünde laut Endrich zum ersten Mal auf dem Lehrplan der HSG. Seiler habe bisher als Gastreferent schon einzelne Vorträge in St. Gallen gehalten.
Keine private Nebentätigkeit
Endrich betonte, Seiler halte die Vorlesungen in seiner Funktion als Direktor des NDB und nicht als private Nebentätigkeit. Neben Seiler wäre ein weiterer NDB-Mitarbeiter als Referent für die HSG-Lehrveranstaltung vorgesehen.
Es liege im Interesse der Schweiz und des Nachrichtendienstes, Studierenden und anderen Interessierten die Grundlagen der Sicherheitspolitik und des Nachrichtendienstes zu vermitteln. Die Auftritte an der HSG hätten auch zum Ziel, angehenden Akademikern die Karrieremöglichkeiten beim NDB aufzuzeigen.
(sda/weis; buet)





