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US-Wahlkampf 2012

Hurrikan wirbelt den US-Wahlkampf durcheinander

Montag, 29. Oktober 2012, 16:51 Uhr, Aktualisiert 30.10.2012, 13:39 Uhr

Nicht der Wahlkampf, sondern Monstersturm «Sandy» beherrscht derzeit die US-Medien. Gut eine Woche vor dem Wahltermin hinterlässt er seine Spuren in den Kampagnen von Präsident Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney. Es droht gar eine teilweise Verschiebung der Wahl.

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Wahlhelfer beider Lager haben Angst: «Sandy» könnte Frühwählern einen Strich durch die Rechnung machen. Wenn der Sturm das gesamte öffentliche Leben lahmlegt, können sie weder selbst wählen gehen noch – wie in mehreren Bundesstaaten an der Ostküste üblich – per Briefwahl abstimmen. Die vorhergesagten tagelangen Stromausfälle würden auch den Wahlkampf in den elektronischen Medien beeinträchtigen.

Schäden wichtiger als Wahl

Gewöhnlich können die Demokraten ihre Anhänger für eine vorzeitige Stimmabgabe mobilisieren. Oft handelt es sich um ärmere Wähler, die auf mehrere Jobs angewiesen sind und am eigentlichen Wahltag nicht freinehmen können.

Wenn aber in ländlichen Gebieten tagelang Strassen überflutet sind, könnte dies auch jene älteren Wähler behindern, die traditionell eher für die Republikaner stimmen.

Die Wahlhelfer befürchten ausserdem, dass weniger Wähler am 6. November zur Wahl gehen könnten, weil für sie die Beseitigung von Schäden Vorrang hat.

«Sandy» könnte Obama helfen

Welchem Kandidaten, Barack Obama oder Mitt Romney, «Sandy» sogar zum wahlentscheidenden Vorteil verhelfen könnte, ist unklar. Washington-Korrespondent Arthur Honegger glaubt jedoch, dass «der Sturm das grössere Thema für Obama ist, weil er nun in erster Linie wieder Präsident ist und nicht mehr nur Kandidat». Das Unwetter berge jedoch Tücken für den Amtsinhaber.

Die Frage sei, so Honegger, «wann er wieder in die wichtigen Staaten reisen kann». «Lässt er den Wahlkampf links liegen, dann hat Mitt Romney in den umstrittenen Staaten freies Feld.»

Einschätzung von Washington-Korrespondent Arthur Honegger, («Tagesschau», 29.10.2012)

Elektronische Stimmabgabe bedroht

Vom Sturm betroffen ist auch der Swing State Virginia. Wegen einer hohen Zahl von Wechselwählern ist der Bundesstaat heiss umkämpft. Gouverneur Bob McDonnell könnte nach Informationen des «Center for Democracy and Election Management» die Abstimmung per Wahlgesetz bis zu 14 Tage verschieben lassen.

Sorge bereitet auch die elektronische Stimmabgabe am Wahltag. Falls sich die angekündigten Stromausfälle tatsächlich bis zu zehn Tage hinziehen, müssten Wähler in weiten Gebieten Wahlzettel ausfüllen. Weil die Zeit so kurz ist, könnte es logistische Probleme geben.

Hurrikan «Sandy» legt Ostküste lahm

Tausende Flüge fallen aus, U-Bahnen stehen still, Sandsäcke schützen die Wall Street: Schon vor seinem Eintreffen hat Hurrikan «Sandy» den Alltag von Millionen Amerikanern beeinträchtigt. Bleiben Sie hier auf dem Laufenden.

(dpa/zinv/roso; buet)