Vermischtes
Sorge an US-Ostküste: Furcht vor Hurrikan «Sandy»
Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde rast Hurrikan «Sandy» auf New York zu. Der öffentliche Nahverkehr in der Millionenmetropole steht still, Büros und Schulen sollen geschlossen bleiben.
Nichts geht mehr in New York. Eigentlich hätte die Millionenmetropole am Montag wie üblich in eine hektisch-stressige Arbeitswoche starten sollen, doch stattdessen Stillstand.
Der befürchtete Monstersturm «Sandy», der mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern auf die Stadt zurast, hat das öffentliche Leben lahmgelegt, und eine seltsam-bedrohliche Ruhe macht sich breit.
«Das ganze System ist stillgelegt», steht in dicker roter Schrift auf Bildschirmen an allen 468 U-Bahnhöfen. Auch Busse, Fähren und Regionalzüge waren schon am Sonntagabend vorsorglich in die Depots gebracht worden.
In vielen Supermärkten und Drogeriegeschäften sind Wasserflaschen, Dosen mit haltbaren Lebensmitteln, Taschenlampen und Batterien ausverkauft. «Hier war ein Wahnsinnsbetrieb», sagt ein Verkäufer in einem Haushaltswarenladen in New York. «Die Menschen haben immer nur nach Taschenlampen, Batterien, Campingkochern und sowas gefragt. Wir haben unser ganzes Lager leergeräumt.» Sie habe nirgendwo mehr Kerzen bekommen, beklagt sich eine Kundin.
Börse bleibt zu
Auch die Vereinten Nationen und die Börse in New York sagten den Betrieb für Montag ab. Die Menschen in den betroffenen Bundesstaaten deckten sich mit Vorräten ein. Wasserflaschen, Lebensmittel in Dosen, Taschenlampen und Batterien waren vielerorts ausverkauft.
Die Schiffe der Navy, die im wichtigen Hafen Norfolk im Bundesstaat Virginia liegen, mussten verlegt werden. 61'000 Mitglieder der Nationalgarde waren in Katastrophen-Bereitschaft. Vielerorts sicherten Menschen ihre Häuser mit Brettern und Sandsäcken.
Namen an Monster angelehnt
Den ganzen Sonntag über warnten Radio- und Fernsehsender die Bevölkerung an der Ostküste vor einem drohenden «Frankenstorm» – in Anlehnung an das von der Filmfigur Frankenstein geschaffene Monster. Präsident Obama sprach von einem ernsthaften und gefährlichen Sturm.
Er rief für die Millionenmetropolen Washington und New York sowie die Bundesstaaten Maryland und Massachusetts den Notstand aus. Fast 400'000 Bewohner New Yorks waren zudem aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Insgesamt waren an der Ostküste fast 50 Millionen Menschen durch das Unwetter bedroht.
Einfluss auf Wahlkampf
Der befürchtete Monstersturm bremste auch den Präsidentschaftswahlkampf aus. Sowohl Präsident Barack Obama als auch Herausforderer Mitt Romney sagten Termine ab, um den Sturm zu umgehen. Tausende Flüge wurden gestrichen, darunter auch Verbindungen von und nach Deutschland. Viele Schulen, Universitäten, Büros, Geschäfte, Opern und Theater sollten geschlossen bleiben.
Bewohner sollten den Warnungen der Behörden folgen. «Sandy» hatte in der Karibik bereits nach jüngsten Angaben der Behörden 67 Menschen in den Tod gerissen.
Wetterexperten warnen vor einem Jahrhundertsturm. Sie befürchten, dass der Hurrikan im Nordosten der USA auf einen Wintersturm stossen könnte. Diese Kombination könne zum schwersten Unwetter seit August 1991 führen.
Damals starben wegen Hurrikan «Bob» an der Ostküste vier Menschen und hoher Schaden entstand von South Carolina im Süden bis Maine im Norden. Experten fürchten, dass sich allein der durch «Sandy» angerichtete Sturmschaden auf über drei Milliarden Dollar belaufen könne.
(dpa/muep/koua/weis;hesa)



