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Schweiz

CVP und BDP gründen Mitte-Holding

Sonntag, 28. Oktober 2012, 15:30 Uhr

Bei den Wahlen im Kanton Solothurn wollen CVP und BDP zusammenspannen. Sie setzen eine viel diskutierte Holding-Idee um. Die Grünliberalen könnten auch einsteigen.

Bild Ballone von CVP und BDP
Ob CVP und BDP miteinander in der Wählergunst steigen, wird sich weisen. keystone/archiv

Im März 2013 kommt es in den Solothurner Kantonsratswahlen zu einer Schweizer Premiere, wie Recherchen der Zeitung «Der Sonntag» zeigen: Erstmals bieten sich CVP, BDP und allenfalls auch die Grünliberalen den Wählern gemeinsam an.

«Der Vorstand der Solothurner CVP hat beschlossen, zusammen mit BDP und GLP als ‹Die Mitte› in die Kantonsratswahlen zu gehen», bestätigt der Solothurner CVP-Präsident und Nationalrat Stefan Müller-Altermatt. «Wir möchten die vieldiskutierte Idee der Mitte-Holding in unserem Kanton umsetzen und damit vielleicht eine Vorreiterrolle übernehmen».

Zusammenarbeit auch in anderen Kantonen?

Ob dabei das Label «Die Mitte» im Wahlkampf auch grafisch präsent sein wird, ist noch nicht entschieden. «Wir haben das als Idee eingebracht», sagt Müller-Altermatt der Zeitung weiter. Er glaubt, dass die CVP gute Köpfe habe, «aber eine schlechte Marke, die bei den Wählern unter Wert ankommt».

Müller-Altermatt hält eine enge Zusammenarbeit der CVP mit den anderen Mitteparteien für «zentral bis zwingend». Nur so könne verhindert werden, dass die CVP verliere, weil sich die Mitte zersplittere. Den Zwingli-Kanton Zürich und den traditionellen BDP-Kanton Bern werde man alleine nie erobern können, deshalb sei eine Zusammenarbeit mit der BDP sinnvoll. Das gelte aber auch für die Kantone Waadt und Aargau».

CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay bezeichnete Solothurn als «spannenden Testfall», der zeigen werde, ob die CVP in den für die Partei «wichtigen urbanen Wachstumsgebieten Zürich, Aargau, Bern und Waadt, in denen fast die Hälfte aller Schweizerinnen und Schweizer leben», mit dem Holding-Projekt wieder Boden finden werde.

Verluste wegen des C's?

Doch der Aargauer CVP-Präsident Markus Zemp will nichts davon wissen: «Unser Ziel ist es, die CVP als CVP zu stabilisieren», sagt er. Deshalb wolle man im Kanton Aargau weder Fusions- noch Holdings-Diskussionen. Solche Debatten würden die Stammwähler verunsichern. Eine Mitte-Holding, so wie sie im Kanton Solothurn vorangetrieben wird, schliesst Zemp deshalb im Aargau für die nächsten Jahre aus.

Derweil macht sich im Kanton Aargau Verzweiflung breit: «Ich bin total ratlos», sagt die Aargauer Nationalrätin Ruth Humbel der Zeitung. «Woran liegt es, dass wir keinen Erfolg haben? An der teilweisen Unentschlossenheit? Am C?», fragt sie sich. «Wir leiden unter der Konkurrenz von BDP und GLP», so Humbel weiter, um die C-Debatte gleich selber wieder zu beenden – mit einem bitteren Fazit: «Unseren Namen kurz vor dem Untergang zu ändern, ist unglaubwürdig».

(sf/horm;galc)