International
Janukowitsch siegt über Klitschko und Timoschenko
Bei der Parlamentswahl in der Ukraine spricht das Regierungslager von Präsident Janukowitsch von einem Sieg. Die Opposition um Boxweltmeister Klitschko und die inhaftierte Timoschenko scheitern. Beobachter sprechen von einer Radikalisierung der Wählerschaft.
Bei der heftig umkämpften Parlamentswahl in der Ukraine liegt die Regierungskoalition um Präsident Viktor Janukowitsch nach ersten Prognosen vorn. Die regierende Partei der Regionen musste zwar am Sonntag herbe Verluste hinnehmen, wurde jedoch mit rund 30 Prozent der Stimmen stärkste Einzelkraft. Sie kann wie bisher mit den Kommunisten regieren, die auf mehr als 10 Prozent kamen, wie Analysten mitteilten.
Die Hoffnungen der Opposition auf einen Machtwechsel zerschlugen sich demnach. Die Parteien der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko und von Boxweltmeister Vitali Klitschko blieben zusammen unter 40 Prozent.
Radikale Nationalisten überraschen
Als Sensation gilt der Einzug der nationalistischen Freiheitspartei Swoboda in die Oberste Rada. Die radikale Bewegung kam aus dem Stand auf mehr als 10 Prozent der Stimmen. Auch die Kommunisten legten deutlich zu. Experten sprechen von einer Radikalisierung der Wählerschaft. Erste aussagekräftige Ergebnisse werden in der Nacht zum Montag erwartet.
Die EU und die USA hatten immer wieder eine Freilassung der Ex-Regierungschefin Timoschenko gefordert. Sie halten ihre siebenjährige Haft wegen Amtsmissbrauchs für politische Willkür und hatten auch ihren Ausschluss als Kandidatin kritisiert.
Wahlen in der Ukraine
Rund 36,6 Millionen Ukrainer waren aufgerufen, die 450 Abgeordneten der Rada zu wählen. 225 der 450 Sitze im ukrainischen Parlament werden über Parteilisten bestimmt. Weitere 225 über Direktwahlkreise. Hier gilt das Regierungslager als besonders stark. Die Abstimmung gilt als Richtungswahl über den künftigen Kurs der Ex-Sowjetrepublik zwischen der EU und Russland.
(dpa/galc)






