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International

Haftbefehl in Athen wegen Bankdaten aus der Schweiz

Sonntag, 28. Oktober 2012, 2:35 Uhr

Die griechische Justiz hat gegen den Chefredaktor des Magazins «Hot Doc» einen Haftbefehl ausgestellt. Er hatte am Samstag eine Liste mit über 2000 Namen von reichen Griechen veröffentlicht, die ihr Geld auf Schweizer Banken angelegt haben sollen.

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Die Staatsanwaltschaft habe die Festnahme von Costas Vaxevanis wegen Verletzung des Persönlichkeitsschutzes angeordnet, teilte die Polizei am Samstag mit. Es gebe keinen Beweis, dass die Personen, die auf der Liste vermerkt seien, Steuern hinterzogen, Geld gewaschen oder sonstige Gesetze verletzt hätten, hiess es.

Die sogenannte «Lagarde-Liste», benannt nach der Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde, war Griechenland 2010 von den französischen Behörden ausgehändigt worden. Lagarde war damals französische Finanzministerin. Die Liste gehörte zu den Dokumenten, die ein Mitarbeiter der Bank HSBC in Genf entwendet hatte.

15'000 Kundendaten der HSBC gestohlen (Tagesschau, 11.03.2010)

Anonym zugespielt

Die Liste, auf der einige bekannte Persönlichkeiten stehen, hatte in Griechenland während Wochen für Spekulationen gesorgt. «Hot Doc» teilte mit, die Liste sei dem Magazin anonym zugesandt worden. Die griechischen Behörden bestätigten deren Echtheit nicht.

Die Liste sorgt in dem von der Schuldenkrise geplagten Land für hitzige Debatten. Denn in der Bevölkerung wächst die Wut über Politiker und die reiche Elite, weil die drakonischen Einsparungen vor allem die ärmeren Teile der Gesellschaft treffen.

Verhandlung über Steuerabkommen

Die Schweiz und Griechenland verhandeln derzeit über ein Steuerabkommen nach dem Muster der Abkommen mit Deutschland, Grossbritannien und Österreich. Mit dem Steuerabkommen sollen auf Schweizer Bankkonten liegende Vermögen von Griechen besteuert werden.

Eine Abgeltungssteuer soll gewährleisten, dass Griechenland die ihm zustehenden Steuergelder erhält, ohne dass die griechischen Bankkunden die Anonymität aufgeben müssen.

Nun entscheidet Spanien, ob Falciani an die Schweiz ausgeliefert werden soll. (Tagesschau 24.7.2012, 19.30)

(agenturen/halp;horm)