Schweiz
FDP-Vorschlag zur Sicherheit: «Reiner Populismus»
Die FDP präsentierte ihr Rezept für mehr Sicherheit in der Schweiz. Die Forderung: Schärfere Gesetze, härtere Strafen und härtere Urteile. Gegenüber der «Tagesschau» nahmen Sicherheitsvorsteher von Kantonen und Städten zu den FDP-Vorschlägen Stellung.
Für Fredy Fässler den Sicherheitsdirektor des Kantons St.Gallen sind schärfere Gesetze keine Lösung. «Das ist reiner Populismus. Man weiss, dass es nichts bringt. Wenn man etwas machen will muss man bei den Polizeikräften ansetzen», sagt Fässler.
FDP will härtere Bestrafung von Drogendealern
Mit der Sicherheit in der Schweiz steht es aus Sicht der FDP nicht mehr lange zum Besten. Die Sicherheitsdirektoren und -politiker der Partei fordern deshalb schärfere Strafen für Drogendealer und Wiederholungstäter sowie eine bessere Zusammenarbeit der Kantone. Lesen Sie hier mehr.
Auch der Polizei-Vorsteher der Stadt Zürich sieht keinen Handlungsbedarf auf Gesetzesebene, im Umgang mit Kriminalität und Gewalt. «Wir haben rückläufige Zahlen», sagt Daniel Leupi. Doch ein Gegentrend in Zürich ist im Moment die Bekämpfung von Raubüberfällen, die im ersten Halbjahr 2012 markant zugenommen haben. Da habe die Stadt Zürich Massnahmen getroffen.
Kriminaltouristen und Unterbestand
Ähnlich ist die Situation in der Bern. Hier meldet der städtische Sicherheitsdirektor Reto Nause einen Anstieg bei Raubüberfällen, Diebstählen und Einbrüchen. Dass sei vor allem auf den Kriminaltourismus zurückzuführen. «Wir haben grosse wirtschaftliche Probleme in Europa und das erhöht mit Sicherheit den Druck.»
Der Präsident der Schweizerischen Justiz- und Polizeidirektoren-Konferenz findet gesetzliche Anpassungen zwar auch nötig. Die Polizei soll jedoch vermehrt mit Patroullen vor Ort sein, findet Präsident Hans-Jürg Käser. Laut Käser fehlen schweizweit 1500 Polizeibeamte.
(sf/rufi; frua)



