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US-Wahlkampf 2012

Obama betitelt Romney als «Dummschwätzer»

Freitag, 26. Oktober 2012, 9:15 Uhr, Aktualisiert 13:42 Uhr

Das knappe Rennen um die US-Präsidentschaftswahl lässt die Nerven blank liegen. Barack Obama hat seinen Kontrahenten Mitt Romney als «Bullshitter» tituliert. Als erster Präsident in der US-Geschichte ging Obama bereits vorzeitig wählen.

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In einem Interview der Musikzeitschrift «Rolling Stone» ging es um Obamas grosse Popularität bei Kindern. Wörtlich meinte der Präsident: «Kinder haben einen guten Instinkt. Sie schauen auf den andern und sagen: Er ist ein Dummschwätzer.» («They look at the other guy and say, 'well, that's a bullshitter, I can tell.'»

Das Romney-Lager reagierte prompt: Obama habe nichts zu bieten als Attacken und Beleidigungen, zitierte der TV-Sender CNN einen Romney-Sprecher. Obamas Wahlkampfberater David Axelrod allerdings setzte nach und meinte, Obama ziele auf Romneys häufige Meinungsänderungen ab. Die Bemerkung hätte für Romney «keine echte Überraschung sein sollen».

Mit der vorzeitigen Abgabe seiner Stimme will Obama Frühentschlossene für sich gewinnen. (Tagesschau 26.10.2012, 12:45 Uhr)

Zwölf Tage vor den Wahlen gab Obama am Donnerstag (Ortszeit) seine Stimme in seiner Heimatstadt Chicago ab – er ist der erste Präsident der USA, der vor dem Wahltag an die Urne ging. «Ich kann Ihnen nicht sagen, für wen ich gestimmt habe», meinte er sichtlich aufgeräumt. Obama hatte seine Wahlkampftour eigens zur vorzeitigen Stimmabgabe unterbrochen.

Werbung für frühe Stimmabgabe

Auch der Mann aus dem Weissen Haus musste sich zuerst ausweisen. «Ich bin froh, dass ich meinen Führerschein erneuert habe», sprach er in die laufenden TV-Kameras. Obama nutzte den Auftritt zur Werbung für eine frühe Stimmabgabe vor dem 6. November. Grund: Zu den Frühwählern zählen meist besonders viele Demokraten. Auch Obamas Ehefrau Michelle gab bereits unlängst ihr Votum ab, per Briefwahl aus dem Weissen Haus.

Teurer US-Wahlkampf

Der laufende US-Wahlkampf dürfte der wohl teuerste in der Geschichte des Landes werden. Zwei Milliarden Dollar sind mittlerweile für die Kampagnen von US-Präsident Obama und seinem Herausforderer Romney eingegangen.

Die Kandidaten selbst sammelten 1,7 Milliarden Dollar ein. Zusätzlich sind seit Anfang 2011 durch Lobbyistengruppen 300 Millionen Dollar aufgebracht worden.

Weisse Wähler klar für Romney

Der Ausgang der Präsidentschaftswahl bleibt spannend. In der täglichen Umfrage von Reuters/Ipsos lag der Republikaner Romney bei den wahrscheinlichen Wählern mit 47 zu 46 Prozent leicht vor dem Demokraten. Derzeit konzentrieren sich Obama und Romney auf die als wahlentscheidend geltenden Bundesstaaten Ohio, Florida und Virginia, in denen viele Wechselwähler leben.

Wahlbeobachter wollen Gesetze einhalten

Im Streit um Wahlbeobachter bei den US-Wahlen im Bundesstaat Texas bahnt sich eine Einigung an. Nach Angaben des Aussenministeriums in Washingtons sagte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu, dass sich ihre Wahlbeobachter an die Gesetze und Verordnungen der USA halten werden – auch in Texas.

Zuvor hatte der texanische Generalstaatsanwalt die OSZE gewarnt, ihre Beobachter dürften sich Wahllokalen nicht mehr als 30 Meter nähern – sonst würden sie sich strafbar machen.

Die Zustimmung der weissen Bevölkerungsmehrheit für den ersten schwarzen US-Präsidenten ist allerdings dramatisch gesunken. Einer Umfrage der «Washington Post» und des TV-Senders «ABC» zufolge liegt Obama derzeit bei weissen Wählern um 21 Prozentpunkte hinter seinem Herausforderer Mitt Romney. 79 Prozent der Amerikaner sind Weisse.

59 Prozent der weissen Wähler, die vermutlich zur Wahl gehen, hätten sich für Romney ausgesprochen, lediglich 38 Prozent für Obama. Vor vier Jahren habe Obama bei Weissen lediglich um acht Prozentpunkte hinter seinem damaligen Gegner John McCain gelegen, schreibt die Zeitung.  Dafür könne Obama aber bei nicht-weissen Amerikanern erheblich punkten: 79 Prozent wollten ihre Stimme für den Amtsinhaber abgeben.

(dpa/reuters/coro; muei)