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International

Sacharow-Preis geht an zwei Iraner

Freitag, 26. Oktober 2012, 12:50 Uhr

Die Anwältin Nasrin Sotudeh und der Filmemacher Jafar Panahi aus dem Iran werden mit dem diesjährigen Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit des EU-Parlaments ausgezeichnet. Dies gab eine Parlamentssprecherin in Strassburg bekannt.

Bild Der iranische Filmemacher  Jafar Panahi bei der Preisverleihung in Berlin im Jahr 2006.
Der iranische Filmemacher Jafar Panahi bei der Preisverleihung in Berlin im Jahr 2006. keystone

Panahi prangert in seinen Filmen die politische Unterdrückung im Iran an, vor allem die der Frauen. Für den Streifen «Offside» erhielt er 2006 in Berlin den Silbernen Bären.
 
Im Iran sind seine Filme verboten. Panahi wurde im Dezember 2010 zu sechs Jahren Haft wegen «Propaganda» gegen die iranische Regierung verurteilt, ist aber derzeit auf freiem Fuss.
 
Die Menschenrechtsaktivistin Sotudeh hat als Anwältin Jugendliche, Frauen und politische Gefangene verteidigt. Sie sitzt derzeit eine elfjährige Freiheitsstrafe ab.

Bild Frau hält Plakat von Nasrin Sotudeh.
Weltweit solidarisieren sich Menschenrechtsaktivisten für die Freilassung von Nasrin Sotudeh. keystone

 
Ausser den beiden Iranern waren die zu Lagerhaft verurteilten Musikerinnen der russischen Punkband Pussy Riot und der weissrussische Menschenrechtsaktivist Ales Beljazki für den Sacharow-Preis 2012 nominiert. Die feierliche Preisverleihung ist für den 12. Dezember in Strassburg geplant.

Nelson Mandela unter den früheren Preisträgern

Der mit 50'000 Euro dotierte Preis wird seit 1988 an Menschen und Organisationen verliehen, die sich besonders mutig für Menschenrechte und Meinungsfreiheit einsetzen. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an fünf Aktivisten des «arabischen Frühlings».
 
Zu den früheren Preisträgern gehören unter anderen der Apartheidsgegner und spätere Staatschef von Südafrika, Nelson Mandela, der Vater des Prager Frühlings, Alexander Dubcek, die burmesische Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi, der chinesische Bürgerrechtsaktivist Hu Jia und die russische Menschenrechtsorganisation «Memorial».

(sda/afp/dpa/blur)