Schweiz
Irrtümliche Facebook-Werbung mit Prominenten
In Rapperswil wehrt sich ein Zeitungsverleger mit einer Petition dagegen, dass das Polenmuseum weiterhin im Schloss bleibt. Es scheint, als würden dutzende Schweizer Prominente dieses Anliegen auf Facebook unterstützen. Doch viele von ihnen wissen nichts von der Petition, denn sie sind in eine Falle getappt.
Die Mitgliederliste der Facebook-Gruppe «Petition Schloss Rapperswil» liest sich wie das Who is Who der Schweizer Show- und Politszene, wie «Schweiz aktuell» berichtet. Unter den über 1000 Mitgliedern aufgelistet sind diverse national bekannte Politiker sowie Prominente aus der Showszene. Die meisten der Prominenten wissen aber nichts von ihrem Engagement und sind überrascht, dass sie in der Facebook-Gruppe für die Rapperswiler Petition sind.
TV-Moderator Röbi Koller findet, dass diese Gruppe ausgenutzt wird und gewisse Menschen ihre Facebook-Seite zu wenig genau im Auge haben: «Das ist ein klarer Missbrauch. Die Person, die das programmiert hat, wusste das genau, denn da wird gezielt ein Weg gewählt, den Facebook erlaubt. Das ist eine Sicherheitslücke von Facebook.»
«Das ist schlechter Stil»
Auch die Aargauer Ständerätin Pascale Bruderer ist überrascht, dass ihr Name in der Gruppe auftaucht und sagt gegenüber «Schweiz aktuell»: «Offenbar hat man auf Facebook die Möglichkeit, ganze Personengruppen einer Petitionsgruppe hinzu zu fügen. Das ist nicht sonderlich anständig, das ist schlechter Stil und sicher keine gute Werbung für das Anliegen.»
Der Initiant der Petition, Bruno Hug, hat sich im Interview mit «Schweiz aktuell» vor zwei Tagen erfreut geäussert über die grosse Unterstützung der Petition – in schriftlicher Form und im Internet. Heute will Bruno Hug keine Stellung nehmen zu den Prominenten, die auf Facebook seine Petition vermeintlich unterstützen. Er distanziert sich vom Onlineauftritt seiner Petition und verweist auf ein Facebook-Problem.
Tatsächlich erhielten die meisten Promis für diese Onlinegruppe eine Einladung. Ihre Mitgliedschaft bestätigt haben aber die wenigsten. Für SRF-Social-Media-Experte Konrad Weber ist dies ein bekanntes Phänomen: «Im Unterschied zu einer Facebook-Seite kann jemand bei einer Facebook-Gruppe Menschen einladen, ohne dass diese das merken. Bei einer Facebook-Seite hingegen muss man selber auf den Button <gefällt mir> drücken.»
(sf/gern;horm)






