Inhalt

Schweiz

Engpass beim Grippeimpfstoff verstärkt sich

Donnerstag, 25. Oktober 2012, 17:15 Uhr

Der Verkaufsstopp für zwei Grippeimpfungen von Novartis hat den Engpass bei den Grippeimpfstoffen in der Schweiz verstärkt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wiederholte die Empfehlung an die Ärzte, Risikogruppen und deren Kontaktpersonen bevorzugt zu impfen.

Bild Grippeimpfung
In der Schweiz wird über Engpässen bei der Belieferung mit Grippeimpfstoff geklagt. keystone/symbolbild

Anfang Woche war das BAG davon ausgegangen, dass in der Schweiz in der nächsten Woche rund eine Million Impfdosen gegen die saisonale Grippe zur Verfügung stehen. Um alle Bestellungen der Spitäler, Arztpraxen und Apotheken zu erfüllen, wären eigentlich 1,3 Millionen Impfdosen nötig.

Nachdem das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic am Mittwoch einen Verkaufsstopp für die beiden Impfstoffe von Novartis, Agrippal und Fluad, verhängt hatte, verknappte sich der Impfstoff in der Schweiz zusätzlich. Nach ersten Angaben von Swissmedic betrifft der Verkaufsstopp in der Schweiz 160'000 Impfdosen.

Novartis: Grippe-Impfstoff ist sicher

Novartis hält seinen in Italien hergestellten Grippeimpfstoff auch nach dem Auslieferungsstopp für sicher. Lesen Sie hier mehr dazu.

Swissmedic betonte erneut, dass es sich bei dem Verkaufsstopp um eine Vorsichtsmassnahme handle. Entwarnung geben konnte Swissmedic-Sprecher Daniel Lüthi nicht. «Wir warten zurzeit auf wissenschaftliche Daten von Novartis», sagte er.

Angaben von Novartis, wonach die Impfstoffe mit den Verklumpungen alle in Italien produziert und gar nie ausgeliefert worden seien, konnte Lüthi nicht kommentieren.

Nachbarländer reagieren

Nach der Schweiz und Italien reagierten auch die Behörden in Österreich und Deutschland. In Deutschland verhängte das zuständige Paul-Ehrlich-Institut einen teilweisen Verkaufsstopp. Novartis habe sich bereit erklärt, vier Chargen des Grippeimpfstoffs Begripal und eine Charge des Impfstoffs Fluad zurückzunehmen, teilte das Institut mit.

Und das österreichische Gesundheitsministerium riet den Ärzten, auf Alternativpräparate auszuweichen. Swissmedic stehe in Kontakt mit den Nachbarländern, sagte Lüthi dazu.

Mehr zum Thema Impfung

Bei einer Impfung wird das Immunsystem auf einen potenziellen Gegner aufmerksam gemacht und dazu angeregt, massgeschneiderte Antikörper zu produzieren – oder es wird gleich mit einer hohen Zahl spezifischer Antikörper versorgt. Erfahren Sie mehr zum Thema bei «Puls».

(sda/weis;gern)