Inhalt

Schweiz

Droht nach Butterberg nun Butter-Notstand?

Michael Steiner
Donnerstag, 25. Oktober 2012, 17:17 Uhr, Aktualisiert 23:51 Uhr

In diesem Jahr wurde so viel Butter ins Ausland exportiert wie nie zuvor. Über 10‘000 Tonnen Butter hat die Schweiz ins Ausland geliefert. Die Rekord-Butterexporte verunsichern die Schweizer Milchbauern.

Bild

«Die hohe Produktion und übervolle Butterlager haben zu den Rekord-Exporten geführt», bestätigt Peter Ryser, Geschäftsführer der Branchenorganisation Butter, gegenüber «10vor10». Hauptabnehmer der Schweizer Butter sind die Türkei, die Niederlande, Belgien, Saudi-Arabien und das Bürgerkriegsland Syrien.

Butterberg weg (10vor10, 25.10.2012)

«Zu viel Butter exportiert»

Vor 15 Monaten waren die Butterlager so voll wie noch nie. Auf über 10‘000 Tonnen ist der Butterberg damals angewachsen. Wegen dem Butterberg musste sogar der Bundesrat intervenieren. Er hat einer Branchenlösung zugestimmt, die alle Bauern dazu verpflichtete, einen Rappen pro Kilo Milch in einen Fonds einzuzahlen. Mit diesem Geld wurden die Butterexporte subventioniert. Mit Erfolg. Im Oktober sind die Butterlager so leer wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Jetzt befürchten Milchbauern sogar, dass zu viel Butter exportiert wurde. Roland Werner, Präsident der ThurMilchRing AG, einer Vereinigung von 250 Ostschweizer Milchbauern: «Ende Jahr wird viel Butter gekauft und die Produktion ist zurzeit tief. Es wird sehr knapp. Vielleicht muss man am Schluss sogar ausländische Butter importieren.»

«Genügend Butter bis Ende Jahr»

Müssen also nur 15 Monate nach dem grössten Butterberg aller Zeiten jetzt plötzlich unsere Weihnachts-Guetzli mit ausländischer Butter gebacken werden? Daniel Gerber, Geschäftsführer der Branchenorganisation Milch: «Das würde bei den Milchproduzenten für Unverständnis sorgen und die Exporteure müssten sich viele kritische Fragen gefallen lassen».

Bei der Branchenorganisation Butter versucht man die Gemüter zu beruhigen: «Wir werden bis Ende Jahr genügend Butter haben, um den Inlandmarkt abzudecken», versichert Peter Ryser. Die Milchproduzenten beobachten nun gespannt, ob diese Prognose auch eintrifft.