International
Carla del Ponte: «Ich verdiene hier nichts»
Carla Del Ponte hat Präsident Baschar al-Assad zur Aufklärung von Gräueltaten in Syrien aufgefordert, die Arbeit der UNO-Sonderkommission im Land wieder zu ermöglichen. Die «Tagesschau» hat die ehemalige Bundesanwältin in Genf zum Interview getroffen.
«Wichtig ist jetzt die verantwortlichen dingfest zu machen», sagt Carla del Ponte. «Deshalb wollen wir Baschar al-Assad treffen.»
Das Mandat für die Sonderkommission des UNO-Menschenrechtsrats wurde ausgeweitet, um weitere Ermittlungen durchführen zu können.
Die ehemalige Bundesanwältin und Chefanklägerin des UNO-Kriegsverbrechertribunals, Del Ponte, war Ende September vom Menschenrechtsrat in die Sonderkommission berufen worden. Der Menschenrechtsrat hatte damals die Kommission personell aufgestockt.
Erfahrungen mit Serbien
Carla Del Ponte will die Arbeit der UNO-Sonderkommission im Land wieder aufnehmen. Aber sie ist es sich aus ihrer Zeit als Chefanklägerin des UNO-Kriegsverbrechertribunals für Ex-Jugoslawien gewohnt, nicht an dem Tatort ermitteln zu können. «Wir konnten auch nicht nach Serbien, als Milosevic noch Präsident war.»
Dreitägige Waffenruhe in Syrien
Ein friedliches Opferfest verspricht der UNO-Vermittler den Syrern. Das Regime von Baschar al-Assad hat der Waffenruhe zugestimmt. Doch auch diese Waffenruhe könnte scheitern, noch ehe sie richtig beginnt. Islamisten drohen – eine Bewährungsprobe für Brahimi. Lesen Sie hier mehr dazu.
Auf die Frage, ob sie sich ihren Ruhestand nicht anders vorgestellt habe, antwortet Del Ponte: «Ich bin immer noch pensioniert. Denn ich verdiene hier nichts – nur die Spesen rechne ich ab.»
(sf/rufi)



