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US-Wahlkampf 2012

US-Wahlkampf: Die Mitte entscheidet über Sieg oder Niederlage

Mittwoch, 24. Oktober 2012, 9:23 Uhr, Aktualisiert 09:58 Uhr

Bis zur Präsidentenwahl bleibt Obama und seinem Herausforderer Romney nicht mehr viel Zeit, um bei der Wählerschaft zu punkten. Angesichts knapper Umfragewerte fokussieren beide ihre Kräfte auf die alles entscheidenden Swing-States. Von besonderem Interesse sind dabei die Mitte-Wähler.

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«Jetzt geht alles in Richtung Mobilisierung der eigenen Basis», sagt Kampagnen-Experte Louis Perron nach der letzten TV-Debatte im Schweizer Fernsehen. Denn die unentschlossenen Wähler seien nunmehr ein kleines Potenzial. Es gehe nun darum, die eigenen Leute aus der Mitte zu holen, so Perron.

Kampagnen-Experte Louis Perron: Jetzt muss die Basis mobilisiert werden (23.10.2012)

«Das Rennen wird immer in der Mitte gewonnen», sagt der Politikberater Mark Balsiger zu «SF Online». Wer pointiert links oder rechts positioniert ist, habe keine Chance.

Balsiger zieht einen Vergleich zu den Ständeratswahlen in der Schweiz, bei der auch nur gemässigte Kandidierende gewählt werden. Im Zweiparteien-System der USA sei die glaubwürdige Positionierung in der Mitte für einen Präsidentschaftskandidaten entscheidend, ist der Politikberater überzeugt.

Obama: Werde mich um Mittelschicht kümmern

Derweil stürzen sich US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney in Wahlkampf-Reisen. Obama tritt allein an diesem Mittwoch in vier Bundesstaaten auf: Iowa, Colorado, Kalifornien und Nevada.

«Ich möchte, dass Ihr mir helft, den Job zu beenden», bat er seine Anhänger. Er werde in einer zweiten Amtszeit die Mittelschicht verteidigen, kündigte der Präsident an.

Seinem Gegner hielt er erneut vor, er leide an «Romnesia» – da er seine politischen Positionen je nach Bedarf anpasse. Romney konterte, Obama besitze nicht einmal ein klares Programm für eine zweite Amtszeit.

Mark Balsiger (pd)
«Das Rennen wird immer in der Mitte gewonnen.»
Mark Balsiger, Politikberater

Romney liegt vorne

Einer neuen Umfrage der «Washington Post» und des TV-Senders ABC zufolge würden sich derzeit 49 Prozent der wahrscheinlichen Wähler für den Republikaner Romney entscheiden. 48 Prozent derjenigen, die am 6. November vermutlich zur Urne gehen, würden den Demokraten Obama wählen.

Das Rennen konzentriert sich immer mehr auf die etwa zehn Wechsel-Staaten, so genannte Swing-States, in denen Demokraten und Republikaner eine Chance haben. In allen anderen 40 Staaten steht aller Erfahrung nach bereits fest, dass entweder Obama oder Romney die Nase vorn haben werden. Die wichtigsten Swing-States sind Ohio, Florida sowie Wisconsin und Virginia.

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Wer hat laut Umfragen mehr Wähler auf seiner Seite? (Angaben in Prozent) Anfang Oktober wendet sich das Blatt für Obama. Romney zieht davon. Quelle: realclearpolitics.com

Unterdessen gehen bereits Spekulationen um, dass die Wahl am 6. November derart knapp werden könnte, dass keiner der beiden Kandidaten die notwendigen 270 Wahlmänner gewinnt. Ein solches Patt wäre ein Alptraum. Eine wochenlange Hängepartie wäre die Folge. In diesem Fall müsste das ebenfalls am 6. November neu gewählte Repräsentantenhaus im Januar entscheiden, in dem vermutlich die Republikaner erneut die Mehrheit halten werden.

(sf/dpa/godc;buev)