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US-Wahlkampf 2012

US-Republikaner: «Schwangerschaft aus Vergewaltigung gottgewollt»

Mittwoch, 24. Oktober 2012, 19:38 Uhr

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen hat ein US-Republikaner mit einer eigenwilligen Äusserung über Vergewaltigung Wirbel ausgelöst. Richard Mourdock (61) aus Indiana, der derzeit für den Senat kandidiert, erklärte auch eine von einer Vergewaltigung verursachte Schwangerschaft für gottgewollt.

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Wörtlich sagte Mourdock in einer Debatte: «Ich denke, selbst wenn das Leben in einer so schrecklichen Situation wie Vergewaltigung beginnt, handelt es sich um etwas, das Gott beabsichtigt hatte.» US-Medien stellten die Äusserungen umgehend ins Internet.

Die Demokraten aus dem Lager von Präsident Barack Obama kritisierten die Äusserung. Präsidentschaftskandidat Mitt Romney distanzierte sich sofort von den Worten seines Parteifreundes. Eine Sprecherin sagte, Romney teile nicht die Ansicht Mourdocks.

Mourock versucht Wogen zu glätten

Knapp zwei Wochen vor der Präsidentenwahl ist die Äusserung hochexplosiv: Romney muss um die Gunst der weiblichen Wähler buhlen, die eher zu Amtsinhaber Obama neigen.

Später meinte Mourdock, es sei krankhaft zu meinen, er habe damit sagen wollen, dass Gott etwa Vergewaltigungen wolle. Am Mittwoch setzte er nach und meinte, er hasse sexuelle Gewalt und er glaube auch nicht, dass Gott so etwas wolle. Zugleich griff er Kritiker an, die seine Worte verdrehten und zur Polemik missbrauchten.

Schon zweiter Ausrutscher

Bereits im August hatte der republikanische Abgeordnete Todd Akin, der ebenfalls für den Senat kandidiert, für landesweite Empörung mit der Äusserung gesorgt, bei einer echten Vergewaltigung könne die Frau kaum schwanger werden. Wenn es eine wirkliche Vergewaltigung sei, dann verfüge der weibliche Körper über Wege, «zu versuchen, die ganze Sache ausser Betrieb zu nehmen».

Obama nannte die Äusserungen widerwärtig. Auch damals distanzierte sich Romney. Die republikanische Partei versuchte Akin dazu zu bewegen, das Rennen um den Senatssitz aufzugeben – allerdings vergeblich.

(dpa/horm;maiu)