International
Piusbruderschaft schliesst Holocaust-Leugner Williamson aus
Die erzkonservative Piusbruderschaft hat den umstrittenen britischen Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson ausgeschlossen. Dieser habe sich seit mehreren Jahren von der Führung und Leitung der Priesterbruderschaft entfernt.
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Dies teilte das Generalhaus der Traditionalisten in Menzingen im Kanton Zug mit. Williamson habe sich ferner geweigert, «den Respekt und den Gehorsam zu bezeugen, den er seinen rechtmässigen Oberen schuldet.»
Anfang Oktober hätten der Generalobere der Piusbrüder, Bernard Fellay, und sein Rat dem Briten eine letzte Frist eingeräumt, sich unterzuordnen. Williamson habe aber nicht eingelenkt, im Gegenteil: Nach Ablauf der Frist habe er einen «offenen Brief» angekündigt, in dem er den Generaloberen zum Rücktritt auffordern werde.
Das führte nun zum Schlussstrich unter die monatelangen Auseinandersetzungen zwischen Williamson und dem Generalhaus. «Diese schmerzhafte Entscheidung ist notwendig geworden aus Sorge um das Gemeinwohl der Bruderschaft St. Pius X. und einer guten Leitung derselben», heisst es in der Mitteilung.
Holocaust geleugnet
Ein Sprecher der Piusbruderschaft sagte in Stuttgart, die Entscheidung stehe zudem im Zusammenhang mit einem Interview des Bischofs für das schwedische Fernsehen, in dem er den Holocaust geleugnet habe. Wegen Volksverhetzung muss sich der 72jährige im kommenden Jahr deshalb erneut vor dem Regensburger Amtsgericht verantworten.
Eine erste Verurteilung des Bischofs hatte das Oberlandesgericht Nürnberg im Februar wegen Verfahrensmängeln kassiert. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft den Strafbefehl überarbeitet. Dabei geht es um einen Betrag von maximal 6500 Euro.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X.
Die vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991) gegründete ultrakonservative Priesterbruderschaft Pius X. wendet sich gegen eine Modernisierung der katholischen Kirche.
Hauptstreitpunkt ist der Ablauf der Heiligen Messe. Die Bruderschaft lehnt die Ökumene und den interreligiösen Dialog insgesamt ab und beharrt auf einem absoluten Wahrheitsbegriff des eigenen Glaubens.
Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) hatte die Form des Gottesdienstes überarbeitet. Mit der Neuregelung dürfen Hauptgebete auch in der Landessprache und nicht mehr wie früher in Latein gehalten werden. Die 1970 gegründete Bruderschaft Pius X. fordert dagegen eine Rückkehr zum alten Ritus.
Nach eigenen Angaben zählt die Bruderschaft rund 570 Priester und vertritt 600'000 Gläubige.
Der Fall Williamson hatte die katholische Kirche in eine schwere Krise gestürzt. Exakt zu der Zeit, als das Interview veröffentlicht wurde, gab der Vatikan die Aufhebung der Exkommunikation von Williamson und drei weiteren Bischöfen der Piusbruderschaft bekannt.
Papst Benedikt XVI. soll jedoch von den Interview-Äusserungen nichts gewusst haben. Lange waren die Verhandlungen des Vatikans mit den Piusbrüdern über die Rückkehr in die katholische Amtskirche belastet. «Die Entscheidung wird die Gespräche sicherlich erleichtern», sagte der Sprecher der Piusbruderschaft in Deutschland.
(sda/hesa;horm)







