Krise im Euro-Land
Hickhack um Griechenlands Sparprogramm
Griechenland erhält nach den Worten von Finanzminister Yannis Stournaras mehr Zeit, um seine Spar- und Reformauflagen zu erfüllen. Vom deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble kam aber umgehend ein Dementi, dass es einen solchen Entscheid gegeben habe.
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Die Geldgeber, die so genannte Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und dem internationalen Währungsfonds (IWF), wissen offiziell von nichts. Schäuble zeigte sich verärgert darüber, dass «jeden Tag» neue Spekulationen über Griechenland angestellt würden. Zum Teil würden Meldungen «gestreut, erfunden oder konstruiert». Dies könne zu neuer Verunsicherung führen.
Auch EZB-Chef Mario Draghi betonte am Rande eines Treffens mit deutschen Parlamentariern in Berlin, der Bericht sei noch nicht abgeschlossen. «Es gibt Fortschritte, aber einige Teile sind noch nicht fertig.» Erst nach Vorlage des Troika-Berichts könnten weitere Entscheidungen fallen.
EU-Währungskommissar Olli Rehn widersprach den Informationen ebenfalls. Ein positiver Bericht der Troika ist Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Kreditrate an Griechenland von 31,5 Milliarden Euro.
Die Auszahlung ist für November vorgesehen. Nachdem die EU-Staats- und Regierungschefs versichert hatten, Griechenland in der Eurozone halten zu wollen, gibt es in Brüssel keine Zweifel daran, dass das Geld auch fliessen wird.
Geld für die Griechen steht bereit
Die «Süddeutsche Zeitung» hatte in ihrer Mittwochausgabe berichtet, Athen müsse die Neuverschuldung statt 2014 erst 2016 wieder unter die EU-Obergrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung drücken. Auch die Fristen für die Umsetzung von Reformen auf dem Arbeitsmarkt und in der Energiewirtschaft sowie für den Verkauf staatlicher Betriebe und Grundstücke würden verlängert.
Zugleich könne Ministerpräsident Antonis Samaras damit rechnen, dass die Euro-Partner in Kürze den dringend benötigten nächsten Hilfskredit in Höhe von fast 32 Milliarden Euro freigeben werden, hiess es.
Die Athener Regierung verhandelt derzeit mit den internationalen Gläubigern über ein Sparprogramm in Höhe von 13,5 Milliarden Euro über die nächsten zwei Jahre. Ein internationales Rettungsprogramm, nach dem das hoch verschuldete Land im Gegenzug für Reformmassnahmen milliardenschwere Kredite erhält, sollte Ende 2014 auslaufen. Griechenland hatte um einen Aufschub von zwei Jahren gebeten.
(dpa/reuters/halp/godc/gern;maiu)






