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Schweiz

Kompromiss im Streit um Swissness in Sicht

Pascal Krauthammer, Bundeshausredaktor DRS
Dienstag, 23. Oktober 2012, 8:19 Uhr

Wie viel Schweiz muss in einem Industrieprodukt sein, damit das Label «Schweiz» auch drauf stehen darf? Darüber wird seit Monaten gestritten. Jetzt hat sich der Uhrendachverband mit dem Wirtschaftsdachverband Economiesuisse auf einen Kompromiss geeinigt, wie Recherchen von Schweizer Radio DRS zeigen.

Vor allem für den Schweizer Exportschlager Nummer eins – die Uhr – ist das Label «Swiss Made» ein gewichtiges Verkaufsargument. Darum soll eine ausgewiesene Schweizer Uhr auch künftig mehrheitlich in der Schweiz hergestellt werden, findet der Uhrendachverband.

Einen Wertanteil von lediglich 50 Prozent, wie es die übrige Industrie fordert, ist für Uhrenverbandspräsident Jean Daniel Pache schlicht inakzeptabel. Er sagt: «Es muss eine besondere Regelung für die Uhren geben.»

«Für mich steht im Vordergrund, dass wir wirklich ein Gesetz haben.»
Pirmin Bischof, Ständerat CVP/SO

Dieses Anliegen hat der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse ernst genommen und einen Kompromissvorschlag ausgearbeitet: Demnach soll, beispielsweise für die Maschinenindustrie, ein Schweizer Wertanteil von 50 Prozent gelten, für die Uhrenindustrie dagegen ein höherer Anteil von 60 Prozent. Laut Pache untersützt der Uhrenverband diese Kompromisslösung.

Jetzt, da der Kompromiss erzielt wurde, laufen die die Drähte heiss zu den Politikern, welche die entsprechende Swissness-Vorlage ausarbeiten.

Kompromiss findet Anklang

Ständerat Pirmin Bischof (CVP/SO) von der zuständigen Rechtskommission bestätigt, dass nicht nur er zur Rettung der Swissness-Vorlage dem Kompromiss zustimmen wird. «Ich bin für 60 Prozent eingetreten, ich mache daraus keinen Hehl. Für mich steht im Vordergrund, dass wir wirklich ein Gesetz haben», erklärte Bischof.

Auch im Ständerat selbst hat der Kompromiss zwischen der Industrie und den Uhrenherstellern gute Chancen. SP-Ständerat Hans Stöckli aus der Uhrenstadt Biel beispielsweise sagt: «Wenn 60 Prozent über alle Industrieprodukte keine Mehrheit findet, werde ich den Kompromiss unterstützen.»

Bereits im Dezember soll der Kompromissvorschlag in den Ständerat kommen. Später berät der Nationalrat darüber.