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International

Letztes TV-Duell: «Punktsieg für Obama»

Dienstag, 23. Oktober 2012, 5:30 Uhr, Aktualisiert 20:41 Uhr

Im US-Staat Florida haben US-Präsident Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney zum letzten Mal im Fernsehen während 90 Minuten die Klingen gekreuzt. Viele Kommentatoren sahen am Ende der Debatte einen leichten Vorteil für den US-Präsidenten.

Ein energischer Präsident Barack Obama hat den republikanischen Herausforderer Mitt Romney in die Defensive gedrängt. «Der grosse Patzer ist Romney zwar nicht passiert, trotzdem hat Obama souveräner gewirkt», sagt Politikberater Louis Perron. «Doch manchmal bekam man als Zuschauer das Gefühl, dass Romney die Sätze aus seinem Skript ausgegangen sind.»

Louis Perron: «Romney hat sich viel wiederholt»

Beide Kontrahenten sind während dem Gespräch immer wieder zum US-Haushalt abgedriftet. Unter dem Strich findet auch SF-Korrespondent Arthur Honegger: «Obama konnte mit seiner Botschaft zur Aussenpolitik besser punkten». Doch eine Vision in der Aussenpolitik aufzuzeigen sei schwierig, denn oft müsse man reagieren, so Honegger.

Honegger: «Obama hat das Erwartete erreicht.»

Obama und sein Herausforderer sind während des Duells bemüht, während der Debatte ihr politisches Profil zu schärfen, wie der untenstehende Videoausschnitt zeigt. «Mich anzugreifen ist keine aussenpolitische Strategie», sagt Romney zu Obama. Obama wirft seinem Herausforderer vor, sich ständig zu widersprechen. Hier können Sie den weiteren Verlauf des TV-Duells nachlesen.

Aussenpolitische Differenzen: Obama greift Romney an

«Obama war konkreter und angriffiger, aber nicht so agressiv, wie in der zweiten Debatte. Er hat sich sichtlich wohl gefühlt in seiner Präsidenten-Rolle», kommentiert der Korrespondent von Schweizer Radio DRS, Max Akermann, in der Radiosendung «HeuteMorgen». Trotzdem bleibt das Rennen spannend. Denn grosse Unterschiede habe es nicht gegeben.

Mitt Romney war während der Debatte auffallend oft Obamas Meinung. Der US-Präsident betonte deshalb, dass er bei vielen aussenpolitische Themen keine anderen Rezepte habe, wie er selbst, so Akermann.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Doch nicht alle sind einhellig begeistert. «Wo bleibt die Klimaerwärmung bei dieser Debatte? Der Klimawandel ist ein wichtiges aussenpolitisches Thema», sagt der frühere demokratische Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore nach dem Duell. «Drei Debatten, keine Vision», beurteilt Reince Pribus, Vorsitzender der Republikanischen Partei, lapidar die Leistung Obamas.

Die Debatte in sechs Video-Teilen

Hier finden Sie die 90minütige Diskussion unterteilt in ihre Themenbereiche.

Die amerikanischen Medien stehen jedoch bei diesem Duell grösstenteils auf der Seite des US-Präsidenten. CNN urteilt: Obama erzielt einen soliden Sieg in der letzten Debatte – nur 15 Tage vor dem Wahltag. Da mahnt die «New York Times», dass nun gerade die Situation eingetreten sei, die Obama eigentlich vermeiden wollte: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit einem Herausforderer, der in den entscheidenden Momenten an Boden gewinnt.

«Trotz gutem Eindruck im dritten TV-Duell hat Obama deswegen die Präsidentschaftswahl noch nicht gewonnen.» (Tagesschau 23.10.2012, 19:30 Uhr)

Umfragen: Pro Obama

Auch die ersten Umfragen zum TV-Auftritt fielen zugunsten Obamas aus. Auf CNN sprachen sich 48 Prozent der Zuschauer für den US-Präsidenten und 40 Prozent für den Herausforderer aus. CBS sah Obama sogar noch weiter vorn: 53 Prozent der unentschiedenen Wähler haben sich dort für Obama ausgesprochen, 23 Prozent für Romney.

Dieses Duell ist die letzte Möglichkeit gewesen, im Fernsehen vor einem Millionenpublikum zu punkten. Die erste Debatte hatte Romney gewonnen, die zweite konnte Obama für sich entscheiden. Das letzte Aufeinandertreffen endet mit einem leichten Vorteil für den US-Präsidenten.

In den sozialen Medien wird vor allem kritisiert, dass Obama und Romney sich lieber über andere Themen als die Aussenpolitik unterhalten haben. Die ganze Diskussion auf Twitter können Sie unter dem Hashtag #debates und speziell über die Sondersendung beim Schweizer Fernsehen #sfUSwahl nachverfolgen.

US-Wahlkampf auf Twitter

Der US-Wahlkampf ist auch in Foren, Blogs und den sozialen Medien ein heissdiskutiertes Thema. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter hat Obama eine viel grössere Anhängerschaft als sein Kontrahent Romney. Die US-Medien begleiten den Wahlkampf hautnah: Unter anderem FoxNews, CNN, NYTimes und auch NBC berichten ausführlich auf Twitter. Die Korrespondenten des Schweizer Fernsehens, Arthur Honegger und des Schweizer Radios, Beat Soltermann, twittern ebenfalls über das Wahlkampfgeschehen.

(sf/rufi)