International
Emir von Katar im Gazastreifen – Israel fühlt sich provoziert
Der Emir von Katar ist in den Gazastreifen gereist. Es ist das erste Mal seit der Machtübernahme der radikal-islamischen Hamas, dass ein Staatsoberhaupt dorthin reist. Hamas-Führer Ismail Hanija hat den Emir in Empfang genommen. Dies ärgert vor allem Israel.
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Scheich Hamad bin Chalifa al-Thani überquerte von Ägypten aus den Grenzübergang Rafah und wurde von Regierungschef Ismail Hanija begrüsst. Die Ankunft des Emirs sei ein «historisches Ereignis». Andere arabische Staatschefs sollten seinem Beispiel folgen, sagte Hamas-Führer Hanija. Aus den Lautsprechern der Moscheen wurden die Menschen aufgerufen, die Strassen zu säumen.
Der Emir soll während seiner sechsstündigen Visite im Gazastreifen Bauprojekte einweihen und eine Ansprache halten. Zudem hat das Staatsoberhaupt aus dem reichen Golfstaat Hilfszahlungen von 250 Millionen Dollar zugesagt.
Abbas unglücklich über Besuch
Bei der gemässigten Fatah-Bewegung um Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Westjordanland stiess der Besuch jedoch auf Kritik. Eine Vertiefung der Spaltung zwischen dem Gazastreifen und dem Westjordanland sei «sehr gefährlich», warnte PLO-Sekretär Jasser Abed Rabbo.
Die radikalislamische Hamas ist international weitgehend isoliert, weil sie den Staat Israel nicht anerkennt. Die Hamas hatte die Fatah von Abbas im Juni 2007 in einem Bruderkrieg im Gazastreifen entmachtet. Friedensbemühungen kamen über Absichtsbekundungen nicht hinaus.
Israel: «Emir opfert den Frieden»
In Israel wird die Visite als Bestätigung des wachsenden Einflusses der Muslimbruderschaft, der Dachbewegung der Hamas, seit dem Beginn der Aufstände 2011 gesehen. Dadurch würden islamistische Gruppen in der gesamten Region an Bedeutung gewinnen, ist Israel überzeugt. Bisher galten die Beziehungen zwischen Israel und Katar als gut.
Der Sprecher des israelischen Aussenministeriums nahm denn auch kein Blatt vor den Mund. In einem Interview sagte er: «Niemand versteht, warum der Emir die Hamas der Fatah vorzieht, warum er nicht den Palästinensern im Allgemeinen Hilfe und Unterstützung anbietet. Niemand versteht, warum er eine Organisation fördert, die offenkundig mit Selbstmordanschlägen und Raketenbeschuss auf Zivilisten in Verbindung gebracht wird. Der Emir opfert mit dieser Hamas-Umarmung den Frieden.»
(sf/dpa/sda/schubeca; meru)






