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Wirtschaft

Goodbye statt Hello – Airline bangt um Zukunft

Montag, 22. Oktober 2012, 0:19 Uhr, Aktualisiert 20:33 Uhr

Die Schweizer Fluggesellschaft Hello hat einen Konkursaufschub bis Ende November erhalten. Das Management hat nun etwas Zeit, Geld zu beschaffen und so die Airline vor dem Konkurs zu retten.

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Das zuständige Gericht hat heute einen Konkursaufschub bis Ende November gewährt. Der Verwaltungsrat und das Management versuchen nun, die Airline zu rekapitalisieren. Nachdem alle Versuche fehlgeschlagen waren, Hello kurzfristig mit Geld zu versorgen, hatte die Airline-Spitze entschieden, den Flugbetrieb am späten Sonntagabend einzustellen.

Hello-Kunden werden auf andere Fluggesellschaften umgebucht. (Tagesschau 22.10.2012, 19:30 Uhr)

 

Von der Insolvenz betroffen wären 140 Mitarbeiter. Für einen Sozialplan ist laut Hello gesorgt. Die Vertreterin des Schweizerischen Kabinenpersonals Kapers äussert sich besorgt. Sollten die Arbeitsplätze verloren gehen, müsse an erster Stelle die Umsetzung des angekündigten Sozialplanes und die Möglichkeiten zur Weiterbeschäftigung der betroffenen Mitarbeiter stehen.

Schwieriges Marktumfeld

Gründe für die Insolvenz sind laut der Charterfluggesellschaft weggefallene Grossaufträge, der immer härter werdende Konkurrenzdruck im Tourismusgeschäft, hohe Treibstoffkosten, der hohe Frankenkurs, der zur Kündigung eines Vertrages mit TUI-Deutschland geführt habe und die Zahlungsunfähigkeit zweier französischer Grosskunden.

«Die Gründe, welche die Fluggesellschaft nennt, sind plausibel», sagt Hansörg Bürgi, Chefredaktor von SkyNews.ch. Das Management mit Moritz Suter an der Spitze habe nicht versagt. «Es war die einzige Charter-Fluggesellschaft in der Schweiz – die Abhängigkeit von der Reisebranche hat Hello das Genick gebrochen.»

Reiseveranstalter drückten die Preise und mieden langfristige Aufträge, so Bürgi. Die aufgekündigte Zusammenarbeit mit dem Reisegiganten Tui sei ein herber Schlag für Hello gewesen. Zudem habe Hello als einzige Fluggesellschaft in Franken abgerechnet.

Zum Charterflug

Bei einem Charterflug mietet (chartert) der Reiseveranstalter bei einer Fluggesellschaft auf eigenes Risiko Plätze auf Flügen. Der Reiseveranstalter kann so Pauschalreisen mit Hotels und anderen Extras zu einem fixen Preis verkaufen.

Der Charterflug ist im Gegensatz zum Linienflug eine nur gelegentlich bzw. zu bestimmten Anlässen betriebene Beförderung von Personen und Gütern.

Vorwurf gegen Ex-Finanzchef

Zudem habe der ehemalige Finanzchef gefälschte Geschäftszahlen vorgelegt, teilte das Unternehmen mit. Geschäftsleitung und Verwaltungsrat seien deshalb überzeugt gewesen, dass Hello über genügend Liquidität verfüge. Alle Versuche, die Fluggesellschaft kurzfristig neu zu kapitalisieren seien nun gescheitert.

Zu Hello

Hello betrieb eine Flotte von vier Flugzeuge des Typs Airbus A320. Die Chartergesellschaft war 2004 vom früheren Crossair-Besitzer Moritz Suter gegründet worden.

Primär flog die Gesellschaft Destinationen am Mittelmeer sowie am Roten Meer an. Sie startete von Zürich und Basel aus.

Suche nach «Retter»

«Es gibt interessierte Käufer, vielleicht können wir Hello verkaufen und die Jobs retten», sagt CEO Robert Somers gegenüber der «Tagesschau». Aviatik-Experte Bürgi macht allerdings ein grosses Fragezeichen, ob dies dem Managament gelingt. Investoren in diesem Marktumfeld zu finden, sei sehr schwierig.

140 Beschäftigte verlieren ihre Stelle. (Tagesschau 22.10.2012, 12:45 Uhr)

Hotelplan, Kuoni und TUI Suisse suchen Lösungen

Rund 2500 Kunden des Reiseunternehmens Hotelplan Suisse sind von der Betriebseinstellung betroffen. Bis zum Ende der Sommersaison Ende Oktober sind acht Hin- und Rückflüge zu verschiedenen Destinationen in Ägypten, auf die Kanarischen Inseln und nach Zypern betroffen. Hotelplan will die auf Hello gebuchten Passagiere auf andere Fluggesellschaften umbuchen.

Vom Reiseunternehmen Kuoni sind entgegen ersten Angaben in Anatalya rund 20 Kunden gestrandet. Für die
Betroffenen konnte ein Ersatzflug organisiert werden. In der laufenden Woche sind insgesamt rund 100 Kuoni/Helvetic-Tours-Kunden betroffen. Für diese werden Ersatzlösungen geprüft.
 
Ebenfalls mit einer Ersatzmaschine statt in einem Flugzeug der gegroundeten Charter-Airline Hello sind heute Kunden des Reisekonzerns TUI Suisse in die Ferien nach Antalya geflogen. Für die nächsten Tage werde nach Lösungen gesucht. Lediglich 100 Gäste von TUI Suisse seien bis Saisonende von der Stilllegung betroffen.

(sda/galc;horm)