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Schweiz

Viergleisig in den Norden

Montag, 22. Oktober 2012, 17:00 Uhr, Aktualisiert 20:42 Uhr

In Basel ist eine zweite Eisenbahnbrücke über den Rhein eingeweiht worden. Sie soll künftig den Verkehr über die Neue Alpentransversalen (Neat) aufnehmen. Seine volle Kapazität wird das neue Bauwerk aber erst in einigen Jahren erreichen.

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Der Rheinübergang in Basel ist der wichtigste Übergang der Schweiz im Bahnverkehr mit dem Norden. Bisher bewältigte lediglich eine zweigleisige Stahlbrücke aus dem Jahr 1873 den Verkehr. Nun wurde flussaufwärts neben der alten die neue Brücke mit ebenfalls zwei Geleisen in Betrieb genommen. 57 Millionen kostet das Bauwerk.

Der Engpass auf der Eisenbahnbrücke in Basel gehört der Vergangenheit an. (Tagesschau 22.10.2012, 19:30 Uhr)

Errichtet worden war die rund 240 Meter lange Betonbrücke in dreijähriger Bauzeit. Auf dem einen der beiden neuen Geleise rollen die Züge schon seit dem 10. Oktober. Anfang November geht auch das zweite Gleis in Betrieb. Danach können einschliesslich der alten Brücke vier Geleise über dem Rhein befahren werden.

Trennung von Güter- und Personenverkehr 

Die volle Kapazität erreicht der ausgebaute Rheinübergang indes erst ab 2017. Zuvor saniert die SBB voraussichtlich 2014 während rund eines Jahres die alte Stahlbrücke. Die DB baut zudem die Zufahrt zwischen Badischem Bahnhof in Kleinbasel und der neuen Brücke sowie ihr Zentralstellwerk im Badischen Bahnhof fristgemäss aus.

Bei anderen Projekten hinkt Deutschland aber hinterher. So sagte Gerald Hörster, Präsident des deutschen Eisenbahn-Bundesamts, anlässlich der Eröffnung der Brücke: «Deutschland steht zur Aussage, die für die Neat wichtigen Strecken auszubauen – offen bleibt aber, ob der Zeitplan bis 2017 eingehalten werden kann.

Fussgängersteg für knapp drei Millionen Franken

Die neue Rheinbrücke schafft mehr Kapazitäten für den Verkehr über die Neue Alpentransversalen (NEAT) und ist Teil des Güterkorridors Rotterdam-Duisburg-Basel-Genua. Sie soll aber auch mithelfen, den Personen- vom langsameren Güterverkehr zu trennen und ist in der Region Basel eine Voraussetzung für den Ausbau der Regio-S-Bahn.

Den Lärm der Züge mindern sollen zwei Meter hohe Schallschutzwände - die Brücke liegt in einem Gebiet, das wegen der alten Bahnbrücke und der Autobahnbrücke der A2 bereits belastet ist. Der Kanton Basel-Stadt baut zudem für 2,7 Millionen Franken einen an die Eisenbahnbrücke angehängten Fussgängersteg über den Rhein.

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Schallschutzwände sollen die ohnehin schon lärmgeplagten Anwohner vor weiteren Emissionen schützen. sf

Die Vorgeschichte der neuen Eisenbahnbrücke geht bis auf das Jahr 1993 zurück und verlief nicht immer reibungslos. So mussten etwa 2003 wegen eines Formfehlers die Pläne ein zweites Mal aufgelegt werden. 2008 räumte schliesslich das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde einer Anwohnerin mit einem Vergleich aus dem Weg.

Die alte Eisenbahnbrücke war einst als Teil der sogenannten Verbindungsbahn gebaut worden. Diese hatte ihren Namen daher, dass sie die Bahnhöfe der Schweizerischen Centralbahn (SCB) und der Grossherzoglich Badischen Staatseisenbahnen über den Rhein hinweg verband. Heute wird sie von SBB, DB und weiteren Unternehmen befahren.

(sda/maiu;koua)