International
Syrien-Sondervermittler trifft Assad
Der Sondervermittler Lakhdar Brahimi ist mit Syriens Präsident Baschar al-Assad zusammengetroffen. Brahimi will eine Waffenruhe zum islamischen Opferfest aushandeln. In Damaskus, wo die Gespräche stattfinden, kam es derweil zu einem Anschlag.
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Brahimi appellierte an Regierung und Opposition, jeweils «einseitig» eine Unterbrechung der Gewalt zum Opferfest zu verkünden. Wenn jeder sich daran halte, sei dies am Ende genauso gut wie ein gemeinsamer Beschluss.
Offenheit signalisiert – Ergebnisse unklar
Das syrische Fernsehen berichtete, dass Assad Brahimis Initiative unterstütze. Er sei offen für eine politische Lösung, welche die Integrität und Souveränität Syriens respektiere, hiess es.
Anschlag überschatten Gespräche
In Damaskus sind bei einer Explosion mindestens zehn Menschen getötet worden. 15 weitere wurden verletzt.
Der Anschlag mit einer Autobombe ereignete sich den Behörden zufolge im Viertel Bab Tuma. Ziel sei eine Polizeistation gewesen.
Es war der erste Anschlag in Bab Tuma, einem der ältesten Viertel der syrischen Hauptstadt. Der christliche Bezirk gilt als regierungstreu.
Anfang August hatte es nahe der Bezirke Bab Tuma und Bab Scharki erstmals Kämpfe gegeben; zuvor hatten die syrischen Rebellen keinen Zugang zu den Gebieten.
Zuvor hatte sich Brahimi mit Vertretern des vom Regime geduldeten oppositionellen Nationalen Koordinationskomitees für Demokratischen Wandel getroffen. Der Vorsitzende der Organisation, Hassan Abdul Asim, begrüsste die Initiative des Syrien-Vermittlers von UNO und Arabischer Liga. Ein Dialog in Syrien sei aber erst möglich, wenn das syrische Regime die Gewalt gegen die Opposition eingestellt und die Gefangenen freigelassen habe, stellte er klar.
Syrien will Bewegungsfreiheit für Armee
Brahimi war am Freitag nach Syrien gereist, um eine Feuerpause zwischen Armee und Rebellen während des islamischen Opferfestes in der kommenden Woche auszuhandeln. Am Samstag hatte er darüber mit dem syrischen Aussenminister Walid al-Mualem gesprochen.
Die Regierung hat bislang zurückhaltend auf den Vorstoss des Beauftragten der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga reagiert und verlangt Garantien, dass die Aufständischen Bewegungen der Armee dulden.
Tausende Tote und Kämpfe in Nachbarländern
Der bislang letzte Waffenstillstand war im April nach wenigen Tagen gescheitert. Brahimis Vorgänger Kofi Annan, der die damalige Feuerpause vermittelt hatte, trat kurz darauf zurück.
Bei dem seit 19 Monaten andauernden Aufstand gegen Assad sind inzwischen mindestens 30'000 Menschen getötet worden. Die Vereinten Nationen rechnen mit rund 700'000 Flüchtlingen aus Syrien bis Jahresende.
Der Konflikt hatte sich zuletzt auch zu einem bewaffneten Konflikt zwischen Syrien und seinem Nachbarn Türkei ausgeweitet. Auch Kampfhandlungen im Libanon werden mit Syrien in Verbindung gebracht.
(agenturen/fref;schj)



