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Katholische Kirche ehrt sieben neue Heilige
Papst Benedikt XVI. hat sieben Glaubenszeugen in den Stand der weltweiten Verehrung gehoben. Unter ihnen ist auch die erste indianische Heilige. Die Zeremonie hat 80‘000 Menschen nach Rom gelockt.
In einer feierlichen Zeremonie auf dem Petersplatz in Rom hob Benedikt XVI. die Nordamerikanerin Kateri Tekakwitha, die bayerische Dienstmagd Anna Schäffer, die deutsch-amerikanische Nonne Marianne Cope und den philippinischen Märtyrer Pedro Calungsod in den Stand der Heiligen.
Auch der französische Missionar Jacques Berthieu, der italienische Ordensgründer Giovanni Battista Piamarta und die spanische Ordensfrau Carmen Salles y Barangueras (Maria del Carmen) können künftig als Heilige verehrt werden.
Die nun ernannten sieben Heiligen hätten «in einer vollkommenen Hingebung an Gott und einem grossherzigen Dienst an ihren Brüdern gelebt», sagte der Papst während der Messe. Zu dem Ereignis hatten sich bei strahlendem Sonnenschein Menschen aus vielen verschiedenen Ländern auf dem Platz vor dem Petersdom versammelt.
«Gott segne die indigenen Völker»
Kateri Tekakwitha, Tochter einer Algonkin-Indianerin und eines Mohawk, lebte von 1656 bis 1680 in der heutigen Grenzregion zwischen den USA und Kanada. Sie liess sich von Jesuiten zum Katholizismus bekehren, von ihren Stammesführern wurde sie deswegen beschimpft und bedroht.
Die durch eine Pockenerkrankung fast blinde Frau lebte daher abseits von ihrem Stamm ein entbehrungsreiches Leben. Sie soll mehrere Wunderheilungen vollbracht haben. Nach ihrem Tod im Alter von nur 24 Jahren sollen ihre Pockennarben im Gesicht innerhalb weniger Minuten verschwunden sein.
Tekakwitha habe die religiösen Überzeugungen ihres Volkes verworfen und sei ihrer Liebe zu Jesus treugeblieben, sagte Benedikt XVI. «Wir vertrauen ihr die Erneuerung des Glaubens in ganz Nordamerika an. Gott segne die indigenen Völker!»
«Dies ist stolzer Moment für uns alle»
Auch rund 1500 Pilger aus Kanada und den USA, zumeist indianischen Ursprungs, waren angereist. Sie feierten die erste Heiligsprechung einer Indianerin.
Dass Kateri Tekakwitha heiliggesprochen wurde, erfüllt viele amerikanische Ureinwohner mit Stolz. Einer von ihnen sagte auf dem Petersplatz in Rom: «Wir sind mit der Heiligsprechung die ersten Ureinwohner, die von der Kirche anerkannt wurden. Dies ist sehr stolzer Moment für uns alle. Wir sind hier um sie (Kateri Tekakwitha) zu ehren.»
Tiefgläubiges Leben
In den Stand einer Heiligen erhoben wurde auch die Deutsche Anna Schäffer. Beim Sturz in einen Waschkessel mit kochendheissem Wasser verbrühte sich die tiefgläubige Dienstmagd aus Bayern so schwer, dass sie für den Rest ihres Lebens ans Bett gefesselt war.
Von dort aus sprach sie vielen Menschen Trost zu und schrieb ihre Visionen nieder, bevor sie 1925 nach langer Leidenszeit starb. Schäffer sei für viele Ratsuchende zu einer unermüdlichen Fürsprecherin im Gebet und zu einem «Spiegel der Liebe Gottes» geworden, würdigte sie der Papst.
Auch Maria Anna Cope, eine aus Deutschland stammende Franziskanerin, die in den USA aufwuchs, wurde heiliggesprochen. Sie hatte ihr Leben den Leprakranken auf Hawaii gewidmet.
44 Heiligsprechungen durch Benedikt XVI.
Mit den nun benannten Persönlichkeiten sprach Benedikt XVI. seit Beginn seines Pontifikats 2005 insgesamt 44 Menschen heilig. Zurzeit berät im Vatikan eine Synode mit mehr als 250 Bischöfen aus aller Welt über neue Wege der Evangelisierung.
(sf/sda/dpa/schubeca;mery)



