International
Iran: Engpass bei medizinischer Versorgung
Die verhängten Sanktionen gegen den Iran haben nach Angaben einer Vertreterin des Gesundheitssektors gravierende Folgen für die Versorgung schwer kranker Patienten.
Die im Atomstreit verhängten UNO-Sanktionen beträfen Arzneien und medizinische Geräte zwar nicht direkt, das Embargo gegen iranische Banken mache deren Einfuhr aber komplizierter und teurer. Das sagte Fatemeh Haschemi, die Vertreterin einer iranischen Stiftung für Schwerkranke.
Dies führe zu Engpässen bei der Behandlung von Krebs und anderen Leiden und betreffe rund sechs Millionen Patienten. «Wir spüren eine Unterversorgung insbesondere bei der Behandlung von Krebs und Multipler Sklerose», sagte Haschemi. Betroffen seien aber auch Patienten mit Blutkrankheiten und Niereninsuffizienz.
Steigende Medikamentenpreise
Es ist das erste Mal, dass im Iran von offizieller Seite schwerwiegende Auswirkungen der internationalen Sanktionen auf die medizinische Versorgung der Bevölkerung angeprangert werden. Bis vor kurzem bestand der offizielle Kurs darin, die Auswirkungen der Strafmassnahmen als gering darzustellen.
Vergangene Woche hatte der Vertreter eines iranischen Pharma-Unternehmens der Nachrichtenagentur Isna gesagt, in den letzten drei Monaten seien die Preise für im Iran hergestellte Arzneien um 15 bis 20 Prozent gestiegen und für importierte Präparate sogar um 20 bis 80 Prozent. «Wir riskieren eine Medikamenten-Krise in naher Zukunft, wenn die Führung sich nicht um das Problem kümmert», warnte Mohammed Hossein Hariri.
(sda/afp/blur)






