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International

Gaddafi-Sohn in Libyen getötet – Ex-Sprecher festgenommen

Samstag, 20. Oktober 2012, 21:31 Uhr, Aktualisiert 23:40 Uhr

Vor einem Jahr wurde Libyens Langzeit-Diktator Gaddafi getötet. In einer seiner letzten Hochburgen, der Wüstenstadt Bani Walid, wird heftig gekämpft. Dabei soll auch ein Gaddafi-Sohn ums Leben gekommen sein, wie das Fernsehen meldet. Verwirrung herrscht auch um die angebliche Festnahme des frühreren Gaddafi-Sprechers.

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Genau ein Jahr nach dem Tod des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi soll sein Sohn Chamis getötet worden sein. Das berichtet der Fernsehsender Libya TV.

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Gaddafis jüngster Sohn soll jetzt getötet worden sein. reuters/archiv

Den Angaben zufolge starb der Sohn, der bereits während des Bürgerkrieges im vergangenen Jahr totgesagt worden war, bei einem Gefecht zwischen Milizionären in der Stadt Bani Walid. Der 29 Jahre alte Gaddafi-Sohn hatte während der Herrschaftszeit seines Vaters eine Brigade der Regimetruppen kommandiert. Ein Reporter des TV-Senders, der bei dem Gefecht in Bani Walid verletzt worden war, sagte, er habe die Leiche von Chamis al-Gaddafi mit eigenen Augen gesehen.

Bild Die libysche Armee auf dem Vormarsch nach Bani Walid.
Die libysche Armee ist auf dem Vormarsch nach Bani Walid. reuters

Leiche von Gaddafi-Sohn in Misrata

Der stellvertretende Ministerpräsident Mustafa Abu Schagur erklärte in der Nacht über den Kurznachrichtendienst Twitter, die Leiche sei in ein Krankenhaus in der Stadt Misrata gebracht worden.

Bani Walid hatte 2011 zu den letzten Hochburgen der Truppen des Regimes von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi gehört. Der Diktator war am 20. Oktober 2011 in seiner Heimatstadt Sirte von Rebellen gefangen genommen und getötet worden. Milizen aus der Küstenstadt Misrata, die formell dem Verteidigungsministerium unterstehen, waren mit Gewalt nach Bani Walid vorgedrungen, um – wie sie selbst sagten – mutmassliche Verbrecher festzunehmen.

Ein Jahr nach Tod von Gaddafi. (Tagesschau 20.10.2012)

Ex-Sprecher Gaddafis soll verhört werden

Gaddafis ehemaliger Sprecher Moussa Ibrahim wurde nach Angaben aus dem Kabinett vom Samstag in Tarhouna, 70 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Tripolis, gefasst. Er war Sprecher des Gaddafi-Regimes während der Zeit des Bürgerkriegs. Moussa Ibrahim wurde nach Tripolis gebracht, wo er vernommen werden soll. Nach Angaben eines Reporters des Senders Al-Dschasira wurde Ibrahim gefasst, als er aus Bani Walid fliehen wollte.

Die Regierung selbst relativierte wenig später ihre eigenen Aussagen. Sie habe nichts Offizielles über die Festnahme irgendeines Mitglieds des früheren Regimes verlauten lassen, sagte Regierungssprecher Nasser al-Manaa im privaten Fernsehsender Libya al-Ahrar.

Verschleppt und gefoltert

Die Armee begann am Samstag mit Angriffen auf Milizen in der Wüstenstadt Bani Walid. Bei den heftigen Kämpfen kamen nach Angaben arabischer Nachrichtensender neun Menschen ums Leben, mehr als 120 wurden verletzt. Die 180 Kilometer südöstlich von Tripolis gelegene Stadt wird seit zwei Wochen von Milizen belagert, die Befehle aus der Stadt Misrata erhalten.

Grund für den aktuellen Konflikt war die Entführung eines jungen Mannes aus Misrata, der am 20. Oktober 2011 das Versteck Gaddafis in Sirte entdeckt hatte. Omran Schaaban war vor einigen Wochen angeschossen, nach Bani Walid verschleppt und dort gefoltert worden. Er starb nach seiner Freilassung im Krankenhaus an den Folgen der schweren Misshandlungen.

(dpa/blur/halp;mery)