Inhalt

Schweiz

«Mühleberg abstellen – aber nicht sofort»

Freitag, 19. Oktober 2012, 12:01 Uhr

Die Berner Kantonsregierung will die Volksinitiative «Mühleberg vom Netz» dem Stimmvolk vorlegen – zusammen mit einem Gegenvorschlag. Dieser sieht vor, das AKW Mühleberg nicht per sofort, sondern nach einer definierten Frist abzuschalten.

Bild

Die konkrete Jahreszahl für den Ausstieg werde sie noch festlegen, schreibt die rot-grün dominierte Berner Regierung in einer Mitteilung.

Als spätmöglicher Termin gelte aber das Jahr 2022, also 50 Jahre nach der Inbetriebnahme des Atomkraftwerks, sagte die kantonale Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer (SP) auf Anfrage. Bis 2022 will auch die Betreiberin BKW das AKW noch nutzen.

Allerdings wäre auch ein Ausstieg zu einem früheren Zeitpunkt möglich, fügte Egger-Jenzer an. Dazu müsse man nun aber die Auswirkung des Ausstiegs unter verschiedenen Aspekten genau prüfen, etwa in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit.

Erstmals ein konkreter Termin

Erstmals in der Schweiz würde damit ein konkreter Ausstiegstermin für ein bestehendes AKW zum Entscheid vorgelegt, schreibt die Berner Kantonsregierung weiter.

Selbstverständlich müsste das AKW Mühleberg aber unverzüglich abgeschaltet werden, falls der sichere Betrieb durch die Betreiberin oder die Aufsichtsbehörde nicht mehr gewährleistet wäre, hält die Regierung fest.

Bei einem sofortigen Ausstieg könne sich niemand vorbereiten, sagte Energiedirektorin Egger-Jenzer. «Man kann ja nicht einfach einen Schalter drücken», fügte sie an.

(sda/mihm;buev)