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Schweiz

Allzu realistische Kriegsspiele?

Freitag, 19. Oktober 2012, 16:56 Uhr, Aktualisiert 20:43 Uhr

Die Armee führte im September in der Schweiz eine Stabsübung durch. Dies sorgt nun vor allem im Ausland für grosses Aufsehen, weil das Szenario pikant gewählt war. Es ging von einem instabilen Europa aus.

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Hauptzweck der Stabsübung mit dem Namen «Stabilo Due» ist die Überprüfung der «Einsatzbereitschaft der militärstrategischen, operativen und taktischen Führung der Armee», wie es beim Departement für Verteidigung und Bevölkerungsschutz heisst. Dies allein ist kaum erwähnenswert.

Die halbe Welt interessiert sich für die Schweizer Armeeübung «Stabilo Due». (Tagesschau 19.10.2012, 19:30 Uhr)

Mehr Interesse weckte das Szenario, auf welchem «Stabilo Due» basiert. Die Übung ging von einer Krise in Europa aus. Und so sah die Übungsanlage aus: Im Zentrum das Land «Helvetia», umgeben von fiktiven Ländern. Zwischen «Elbonia» und «Danubia» gibt es Spannungen, während «Helvetia» Flüchtlingsströme zu schaffen machen. In der Schweiz wird mit Unruhen und Anschlägen gerechnet.

Bild Karte Schweiz mit Helvetia, Elbonia und Danubia.
In klassischem Militärjargon werden die potenziellen Gegner auch mit fiktiven Namen bezeichnet. sf

Das allzu realistische Szenario sorgt nun in der Weltpresse für ein grosses Echo. Zahlreiche News-Portale griffen das Thema auf und reagierten meist mit bissigen Kommentaren oder Karikaturen. Dies bestätigt auch Armeesprecher Christoph Brunner gegenüber der «Tagesschau»: «Wir bekommen Telefone aus mindestens der halben Welt.»  Brunner sei von den Journalisten gefragt worden, ob es zutreffe, dass sich die Schweiz für den Zerfall der Eurozone wappne. «Das trifft nicht zu», sagte Brunner abschliessend.

Auch Maurer ist besorgt

Die Übung wirft ein schiefes Licht auf die Schweizer Armee und Brunner versuchte umgehend zu beschwichtigen: «Wir wollen niemandem auf die Füsse treten». Den Zweck der Übung aber hinterfragte Brunner nicht. Die Armee müsse «das Undenkbare denken».

Dies sieht auch VBS-Vorsteher Ueli Maurer so. «Ich schliesse nicht aus, dass wir in den nächsten Jahren die Armee brauchen», sagte der Verteidigungsminister dem «Sonntag» vor einer Woche. Europa werde schwächer und im Hinblick auf die Krise in Europa mache sich Maurer Sorgen. Das Potenzial an Gewalt könne sich verschärfen, lässt sich Maurer von einer VBS-Sprecherin weiter zitieren. 

(sf/horm;mery)