International
Verhandeln um Militärintervention in Mali
Krisen-Konferenz in Mali: Die Zukunft des westafrikanischen Krisenlandes steht im Mittelpunkt einer grossen Konferenz in der Hauptstadt Bamako. Die starke Position der radikalen Islamisten schürt Angst vor einer Destabilisierung der gesamten Region.
Zahlreiche Vertreter der EU, der UNO, der Afrikanischen Union (AU) und der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas wollen unter anderem darüber beraten, ob ein militärisches Eingreifen im Norden des Landes nötig ist und wie dieses aussehen könnte. Zur Debatte steht nach wie vor die Entsendung einer regionalen Eingreiftruppe.
Diese könnte von der EU, der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich und den USA logistisch und finanziell unterstützt werden. Viele Beteiligte hoffen jedoch noch auf eine friedliche Lösung und lehnen eine solche Intervention ab. Experten warnen vor einem Flächenbrand.
Von der Vorzeigedemokratie zur Islamistenhochburg
Das westafrikanische Mali galt lange als demokratischer Vorzeigestaat in Afrika. Dürren und politische Wirren haben dem Land allerdings zugesetzt, im vergangenen März putschten Militärs gegen die Regierung von Präsident Amadou Toumani Touré.
Nach dem Putsch am 22. März hatten verschiedene Islamistengruppen zusammen mit Tuareg-Kämpfern den Norden Malis mit den strategischen Städten Gao, Kidal und Timbuktu erobert. Seither gilt dort islamische Rechtsprechung der Scharia. Hunderttausende Bewohner sind bereits aus der Region geflohen.
(sda/buet;fasc)



