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International

Naher Osten: Störsignale gegen westliche Sender

Freitag, 19. Oktober 2012, 5:40 Uhr

Die Übertragung westlicher TV- und Radio-Programme im Nahen Osten ist offenbar gezielt gestört worden. Anfang der Woche hätten Störsignale aus Syrien die Ausstrahlung behindert, sagte eine Sprecherin des Satellitenbetreibers Eutelsat.

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Einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zufolge waren neben Sendungen der BBC und Voice of America auch Angebote der Deutschen Welle (DW) betroffen. Die Signalüberschneidungen zu Beginn der Woche seien «absichtlich und zeitlich begrenzt» gewesen, sagte die Eutelsat-Sprecherin.

Die «FAZ» berichtete, dass die Deutsche Welle den Iran hinter der Attacke vermute. Die jüngste Beeinträchtigung des DW-Programms sei am Donnerstagmorgen geschehen.

Sender bereiten Protest vor

DW-Intendant Erik Bettermann sagte der Zeitung, er protestiere gegen die erneuten Eingriffe des Iran in die Medienfreiheit. Die Deutsche Welle bereitet demnach mit anderen Auslandssendern eine gemeinsame Resolution vor. Teheran habe in den vergangenen Jahren wiederholt die Ausstrahlung dieser Sender gestört, berichtete die «FAZ» unter Berufung auf eine der drei Stationen.

Demnach steht der jüngste Übergriff im Zusammenhang mit der Abschaltung der Übertragung von 19 iranischen Programmen über den Satelliten Hotbird. Eutelsat und das britische Unternehmen Arqiva waren mit der Abschaltung Sanktionen der EU gegen den Iran nachgekommen. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms Atomwaffen zu entwickeln.

«Offenkundige Verletzung» von Regeln

Der britische Rundfunksender BBC bestätigte eine Beeinträchtigung des englischsprachigen Fernsehsenders BBC World News und des arabischsprachigen Angebots des Senders, sowie der auf Englisch und Arabisch berichtenden BBC-Radiostationen. Die BBC verurteile die «offenkundige Verletzung» der internationalen Regeln über die Nutzung von Eutelsat sowie den Versuch, den «freien Zugang zu Informationen» zu behindern, sagte die BBC-Sprecherin. Zu möglichen Urhebern der Störung äusserte sich die BBC nicht.

In der Vergangenheit waren bereits BBC-Sendungen auf Farsi gestört worden, hierfür wurde der Iran verantwortlich gemacht. Eutelsat ist einer der grössten Satellitenbetreiber der Welt. Das französische Unternehmen überträgt über 4250 TV-Kanäle in mehr als 200 Millionen Haushalte in Europa, dem Nahen Osten und Afrika.

(sda/afp/halp;hesa)