Krise im Euro-Land
EU-Bankenaufsicht: Ambitionierter Fahrplan
Die EU-Staats- und Regierungschefs haben sich auf ihrem Herbstgipfel einen Zeitplan für den Aufbau der umstrittenen europäischen Bankenaufsicht gesetzt. Dem pleitebedrohten Griechenland sicherten sie Unterstützung zu – aber nur unter Bedingungen.
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Europäische Bankenaufsicht soll Arbeit aufnehmen (Tagesschau am Mittag, 19.10.2012)
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Am EU-Gipfel in Brüssel haben sich die Staats- und Regierungschefs zur europäischen Bankenaufsicht durchgerungen. die Staats- und Regierungschefs zur europäischen Bankenaufsicht durchgerungen. (Tagesschau 19.10.2012, 19:30 Uhr)
Der Aufbau einer Bankenaufsichtsbehörde «geht nicht an zwei Wochenenden», erklärte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel zum Abschluss des zweitägigen EU-Gipfels in Brüssel. Schon das Ziel, bis Ende Jahr die rechtliche Grundlage für den Aufbau einer solchen Behörde zu schaffen, «ist sehr ambitioniert».
Es müssten ja nicht nur zwei, drei Leute eingestellt werden, sondern eher 200 bis 300. Zudem würden künftig 6000 Banken im Euro-Raum überwacht. Deshalb heisst Merkels Fazit: «Wir werden Anfang 2013 keine arbeitsfähige Aufsichtsbehörde haben».
Wachstum und Griechenland
Van Rompuy sprach bezüglich Wachstum von einer Besorgnis erregenden Situation. Dieses Jahr gebe es laut Wirtschaftsforschern in der Euro-Zone Stagnation, nächstes Jahr nur schwaches Wachstum. Wenigstens stabilisiere sich die Euro-Zone etwas.
Die 17 Euro-Staats- und Regierungschefs würdigten zudem in einer separaten Erklärung die Fortschritte im hoch verschuldeten Griechenland. Sobald der Schlussbericht der Expertengruppe (Troika) vorliege, könne in der Euro-Gruppe über die Freigabe der nächsten Hilfstranche diskutiert werden.
Die Gipfelergebnisse im Überblick:
Bankenaufsicht
Bis zum 1.1.2013 soll der rechtliche Rahmen für die umstrittene europäischen Bankenaufsicht stehen – damit die Kontrolleure im Lauf des Jahres 2013 ihre Arbeit aufnehmen können. Der genaue Zeitplan bleibt unklar. Weitere Beschlüsse sollen beim Gipfel im Dezember fallen.
Wirtschafts- und Währungsunion
Aufbauend auf Vorschlägen des Gipfelchefs Herman Van Rompuy soll geprüft werden, ob die Euro-Staaten individuelle Reformverträge mit der EU-Kommission schliessen sollen. Auch soll ein gemeinsames Budget, ein Extra-Topf, für den Euro-Raum sondiert werden.
Griechenland
Die Euroländer sicherten dem pleitebedrohten Land Unterstützung zu – aber nur unter Bedingungen. Sie schrieben: «Wir erwarten, dass Griechenland seine haushalts- und strukturpolitischen Reformen fortsetzt.» Die Erklärung bedeutet laut Gipfel-Teilnehmern, dass Griechenland in der Eurozone bleiben wird.
(sda/dpa/mihm;horm)







