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Syrien: 44 Tote bei Luftangriff - Oppositionstreffen in Katar
Bei einem Luftangriff auf eine syrische Rebellenhochburg sind nach Angaben von Rettungskräften 44 Menschen getötet worden. Zudem explodierte ein Sprengsatz vor dem syrischen Innenministerium. Gleichzeitig wurde bekannt, dass sich Oppositionelle in Katar treffen wollen.
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Unter den Opfern des Angriffs auf die Stadt Maaret al-Numan im Nordwesten des Landes waren Rettungskräften zufolge zahlreiche Kinder. Kampfflugzeuge der syrischen Luftwaffe hatten die Stadt den ganzen Morgen überflogen.
Die syrischen Rebellen hatten die strategisch wichtige Stadt Anfang des Monats erobert. Maaret al-Numan liegt an der Autobahn, welche die Hauptstadt Damaskus mit Aleppo verbindet.
28'000 Menschen verschleppt oder verschwunden
Landesweit starben am Donnerstag laut Aktivisten mindestens 135 Menschen. Seit dem Beginn des Aufstands gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im März 2011 starben nach Oppositionsangaben bereits mehr als 30'000 Menschen.
Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten sind zudem mindestens 28'000 Menschen verschleppt worden und verschwunden. So sagte die Aktivistengruppe Avaaz gegenüber der britischen BBC, sie habe die Namen von 18'000 Vermissten und wisse von 10'000 weiteren Fällen, in denen Menschen von Soldaten oder Milizionären entführt wurden.

UNO warnt vor Religionskrieg wie in Bosnien
Die UNO hat die Weltmächte zum Schulterschluss aufgerufen, um Syrien nicht in einen Religionskrieg ähnlich dem in Bosnien vor knapp 20 Jahren abgleiten zu lassen. «Die Erinnerungen daran, was in Bosnien-Herzegowina geschehen ist, sollten frisch genug sein, um uns allen als Warnung zu dienen», sagte die UNO-Flüchtlingskommissarin Navi Pillay in Genf. «Es sollte nicht einen drastischen Vorfall wie in Srebrenica brauchen, um die Welt aufzuwecken und zum Handeln zu zwingen, damit dieser Konflikt beendet wird.»
Vergangene Woche hatte bereits der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan dem zerstrittenen UNO-Sicherheitsrat Untätigkeit vorgeworfen. Es gebe eine Einstellung, die den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ermutige, jeden Tag Dutzende oder Hunderte Menschen zu töten, sagte er. Das Gremium laufe Gefahr, die Fehler zu wiederholen, die zu den Massakern in Bosnien in den 90er Jahren geführt hätten.
Bombe vor Innenenministerium
In der direkten Umgebung des syrischen Innenministeriums detonierte derweil ein Sprengsatz. Augenzeugen sahen eine grosse Rauchwolke über dem Bezirk Kafr Susa in der Hauptstadt Damaskus aufsteigen. Berichte über Tote und Verletzte wurden offiziell nicht bestätigt. Die Sicherheitskräfte sperrten alle Strassen rund um das Ministerium.
Die staatlichen Medien meldeten, der Sprengsatz sei auf einem Motorrad versteckt gewesen. Es habe keine Opfer gegeben.
Treffen der Opposition in Katar
Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) will seine Mitglieder am 10. November in Katar zusammenrufen, um eine Erweiterung des Rates zu beschliessen. Das berichteten Angehörige des SNC-Generalsekretariats in Doha. Das Treffen soll unter dem Motto «Vereinigung der Opposition und der syrischen revolutionären Kräfte» stehen.
«Ich erwarte, dass auch der ehemalige Ministerpräsident Riad Hidschab an der Versammlung teilnehmen wird», sagte SNC-Mitglied Tajjara. Hidschab hatte sich im August nur zweimonatiger Amtszeit aus Syrien abgesetzt und der Opposition angeschlossen.
Die Sprecherin des US-Aussenministeriums, Victoria Nuland, erklärte, sie hoffe, dass die Opposition bald ein Führungsgremium wählen werde, das demokratische Prinzipien vertrete und eine Strategie für die Übergangszeit nach dem Sturz des Regimes habe.

Brahimi reist nach Syrien
Ungeachtet der schweren Kämpfe hofft der Sondergesandte von UNO und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, weiterhin die Konfliktparteien von einer Waffenruhe während des islamischen Opferfestes vom 26. bis 28. Oktober überzeugen zu können.
Ein Sprecher des syrischen Aussenministeriums sagte, Brahimi werde sich am Samstag in Damaskus mit Aussenminister Walid Muallem treffen. Ein Sprecher Brahimis sagte, der Sondergesandte werde zudem «sehr, sehr bald» mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zusammenkommen, allerdings «nicht am Samstag».
Die syrische Regierung hat bislang Brahimis Vorschlag für eine Waffenruhe während des islamischen Opferfestes in der kommenden Woche noch nicht zugestimmt.
(agenturen/horm/halp)



