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International

Sparpaket in Griechenland – Ausschreitungen

Donnerstag, 18. Oktober 2012, 11:30 Uhr, Aktualisiert 17:57 Uhr

Am Tag des EU-Gipfels in Brüssel ist es am Rande einer friedlichen Demonstration von zehntausenden Menschen in Griechenland zu Ausschreitungen gekommen. Gleichzeitig soll ein neues Sparpaket unter anderem mit Kürzungen für Rentner im Umfang von 4,9 Milliarden Euro unterwegs sein.

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Ausschreitungen in Athen (unkommentiert)

Rund 500 zum Teil vermummte Demonstranten schleuderten Brandflaschen auf die Polizei. Die Beamten setzten Tränengas und Blendgranaten ein, um die Randalierer auseinanderzutreiben.

In Athen und anderen Städten Griechenlands gingen Zehntausende Menschen auf die Strasse, um gegen das neue 13,5-Milliarden-Euro-Sparpaket zu demonstrieren.

Ein 65-Jähriger, der friedlich protestierte, erlitt einen tödlichen Herzinfarkt. Mindestens sieben Menschen wurden leicht verletzt, berichtete der griechische Rundfunk.

Gegen zusätzliche Kürzungen

Im ganzen Land blieben Ministerien, Schulen und zahlreiche Behörden geschlossen. Ärzte behandelten nur Notfälle. Auch der Flug-, Schiffs- und Eisenbahnverkehr war von den Arbeitsniederlegungen betroffen.

Bild Leere Strasse
Die griechischen Läden haben heute geschlossen. keystone

Das neue griechische Sparpaket soll nach Informationen aus Regierungskreisen und der internationalen Geldgeber unter Dach und Fach sein. Die Gewerkschaften rechnen mit weiteren Lohnkürzungen zwischen 6 und 20 Prozent.

Eckpunkte des neuen Sparpakets

Das neue Sparpaket muss noch von den Kontrolleuren der internationalen Geldgeber (Troika) genehmigt werden.

Hier einige Eckpunkte des inoffiziellen Programms:
 

Die Rentner müssen mit Kürzungen in Höhe von fast 4,9 Milliarden Euro rechnen. Das Weihnachtsgeld wird beispielsweise abgeschafft.

1,5 Milliarden Euro werden wohl die Staatsbediensteten verlieren. Ihnen werden die jeweils verbliebenen 400 Euro vom Weihnachtsgeld sowie vom 14. Gehalt gestrichen. Viele Löhne und Gehälter sollen zwischen 6 bis 20 Prozent gekürzt werden.

15'000 Staatsbedienstete sollen in die Frühpensionierung gehen. Bis zum Eintritt des Rentenalters erhalten sie dann 60 Prozent ihres letzten Gehalts.
 
Im Gesundheitswesen sollen 1,5 Milliarden Euro gespart werden.  Unter anderem sollen die Versicherten sich mit höheren Eigenbeiträgen beim Kauf von Medikamenten beteiligen. Zahlreiche Krankenhäuser sollen schliessen. Andere sollen sich zusammenschliessen.
 
Die Gehälter der Angestellten der öffentlich-rechtlichen Betriebe, sollen denen der Staatsbediensteten angeglichen werden. Dies bedeutet für die Betroffenen nach Berechnungen der Gewerkschaften bis zu 30 Prozent weniger Geld. Die Ausgaben der Ministerien sollen um 25 Prozent gekürzt werden.

Die Müllabfuhr soll privatisiert werden. Schulen sollen schliessen oder zusammengelegt werden.

Um 250 Milliarden Euro soll das Budget des Verteidigungsministeriums schrumpfen.
 
Die Steuern auf Zinsen für Geldanlagen sollen von heute zehn auf 15 Prozent steigen. Die Tabaksteuer soll zum vierten Mal innerhalb von vier Jahren steigen.

(agenturen/rufi/mihm;mery)