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Neue Kämpfe in ehemaliger Gaddafi-Hochburg
Bei Kämpfen zwischen Milizen sind in der libyschen Stadt Bani Walid 15 Menschen ums Leben gekommen. Milizionäre, die offiziell dem Verteidigungsministerium unterstehen, sollen ohne Befehl des Generalstabschefs die Stadt angegriffen haben.
Als die Milizen versucht hätten, in die Wüstenstadt vorzudringen, seien sie auf Widerstand gestossen, so der Nachrichtensender Al-Arabija. Die Armeeführung erklärte, sie sei bereit, «reguläre Einheiten der libyschen Armee» in die Stadt zu schicken, um dort «Personen entgegenzunehmen, die per Haftbefehl gesucht werden».
Die Truppen, die Bani Walid schon seit zwei Wochen belagern, gehören zwar auf dem Papier zum Verteidigungsministerium. Sie befolgen jedoch vorrangig Befehle ihrer Kommandanten aus der Stadt Misrata.
Unter Kontrolle von Gaddafi-Anhänger
Bani Walid war eine Hochburg des langjährigen libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Die Angriffe gingen den Angaben zufolge von Gruppen der Ex-Rebellen aus, die unter der Flagge der libyschen Armee im Einsatz waren.
Bani Walid wurde im Oktober 2011 von den Aufständischen eingenommen, die gegen die Gaddafi-treuen Einheiten kämpften. In den vergangenen Monaten gewannen aber die Anhänger Gaddafis dort wieder die Oberhand.
Zunehmende Spannungen
Auslöser für den Konflikt war die Entführung eines jungen Mannes aus Misrata, der am 20. Oktober 2011 das Versteck von Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi in der Stadt Sirte entdeckt hatte.
Omran Schaaban war vor einigen Wochen angeschossen, nach Bani Walid verschleppt und dort gefoltert worden. Nachdem Parlamentspräsident Mohammed Al-Magarief seine Freilassung erreicht hatte, starb Schaaban im Krankenhaus an den Folgen der schweren Misshandlungen.
Der Nationale Kongress in Tripolis als höchste libysche Autorität verlangte daraufhin, die Verantwortlichen müssten «wenn nötig mit Gewalt» ausfindig gemacht werden.
(sda/buet/hesa;mery)







