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International

Medikamentenskandal in Frankreich: Behörden im Visier

Donnerstag, 18. Oktober 2012, 16:32 Uhr

Im Zusammenhang mit einem der grössten Arzneimittelskandale Frankreichs sind mehrere staatliche Gesundheitsstellen durchsucht worden. Das Diabetes-Mittel Mediator wird für den Tod bis zu 2000 Menschen in Frankreich verantwortlich gemacht.

Eine Durchsuchung wegen des Medikaments habe am Vormittag in der Gesundheitsbehörde DGS in Paris begonnen, hiess es aus Justizkreisen.
 
Das zweitgrösste französische Pharmaunternehmen Servier hatte Mediator von 1976 bis 2009 als Diabetes-Mittel verkauft. Das Medikament, das häufig auch gegen Übergewicht verschrieben wurde, enthielt den Appetit zügelnden Wirkstoff Benfluorex. Als Nebenwirkung kann das Mediator zu einer Verdickung der Herzklappen führen.

Gefahr lange bekannt
 
Im Zusammenhang mit dem Skandal um das Medikament waren die staatlichen Stellen bereits scharf kritisiert worden. So nahm die französische Arzneimittelaufsicht das Mittel erst 2009 vom Markt. Doch soll die Gefährlichkeit des Medikaments bereits Ende der 90er Jahre bekannt gewesen sein.
 
Im Mai hatte vor dem Strafgericht in Nanterre bei Paris ein erster Prozess gegen den Chef des Pharmakonzerns Servier begonnen. Er wurde wenig später aus Verfahrensgründen verschoben. Dem 90jährigen Jacques Servier und vier früheren Führungskräften wird schwerer Betrug vorgeworfen.

(sda/mery;krua)