Schweiz
«Chancen für Olympia waren noch nie so gut wie jetzt»
Die Schweizer Olympia-Legende Bernhard Russi hat sich erstmals ausführlich zu einer Bündner Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2022 geäussert. In der «Rundschau» erklärte er, warum er hinter der Bewerbung steht und weshalb er ihre Aussichten für gut hält.
In dem Interview betonte Russi, dass er «im Grundsatz klar» für eine Bündner Kandidatur sei. Die Konstellation der Vergabe der letzten Spiele spreche für die Schweiz: «Mitteleuropa wird ganz sicher früher oder später an die Reihe kommen.»
«Man kann das Rad nicht zurückdrehen»
Zudem habe die Schweiz «eine grundlegende, finanzielle Sicherheit zu bieten». Er warnte die Olympia-Promotoren um Gian Gilli jedoch davor, von Spielen «back to the roots» zu sprechen: «Das ist übertrieben. Man kann das Rad nicht zurückdrehen.»
Der Kampf um die Stimmen im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) sei jedoch erst «das ganz grosse Ziel, dass man angehen muss». Bestechungsversuche bei der Vergabe von Olympischen Spielen könne er ausschliessen: «Das sind Tempi passati.» Die Frage, ob der Tourismus davon profitieren werde, bejahte Russi: «Das ist für mich absolut unbezahlbar.»
Der Olympia-Sieger von Sapporo 1972 ist für die Spiele 2014 im russischen Sotschi als Pistenarchitekt im Einsatz. Kritik von FIS-Präsident Gian Franco Kasper, wonach die Spielstätten noch nicht fertig seien, konterte Russi wie folgt: «Meine Pisten sind gebaut.»
Bundesrat eröffnet Vernehmlassung
Der Bundesrat will die Olympiakandidatur von St. Moritz und Davos mit 30 Millionen Franken unterstützen. Sollten die beiden Bündner Orte den Zuschlag bekommen, stellt der Bund zudem bis zu einer Milliarde Franken in Aussicht für allfällige ungedeckte Kosten. Ein entsprechender Bundesbeschluss liegt im Entwurf vor und geht nun in eine kurze Vernehmlassung. Für Interessierte werden nach Angaben des Bundesrates am 26. Oktober und am 29. Oktober Anhörungen durchgeführt. Auch schriftliche Stellungnahmen seien möglich.



