US-Wahlkampf 2012
Als Romney «Ordner voller Frauen» bekam
Im US-Wahlkampf, der bisweilen von Patzern der Kandidaten befeuert wird, hat der republikanische Herausforderer Mitt Romney seinen Gegnern neue Munition geliefert. Der technokratisch wirkende Ex-Manager äusserte sich zu den Berufschancen von Frauen.
Beim Versuch, mit weiblichen Wählern zu punkten, erzählte Mitt Romney eine Anekdote aus seiner Zeit als Gouverneur von Massachusetts. Als er Bewerbungen für sein Kabinett gesichtet habe, seien das «alles Männer» gewesen. Darauf habe er gesagt: «Können wir nicht ein paar Frauen finden, die auch qualifiziert sind?»
Ein Hit im Internet
Er habe sich an Frauengruppen gewandt, mit der Bitte ihm bei der Suche zu helfen. Die hätten ihm dann «ganze Heftmappen voller Frauen» («whole binders full of women») gebracht, sagte Romney.
Die wenig elegante Formulierung dürfte dem Republikaner nicht eben helfen, seinen gemäss Umfragen beträchtlichen Rückstand bei weiblichen Wahlberechtigten aufzuholen. Romneys Aussage wurde sofort zu einem Hit im Internet; «binders» waren das am dritthäufigsten nachgefragte Thema in der Suchmaschine Google.
Lovestory der Romneys
Postwendend fanden erste Parodien von Romney, wie er Frauen in Aktenordner steckt, ihren Weg in die sozialen Netzwerke von Facebook und Twitter. «Das muss die Love-Story von Mitt und Ann Romney gewesen sein», ätzte eine Twitter-Userin.
Präsident Obama hatte in seiner Antwort auf die Frage nach den Berufschancen von Frauen ausführlich den beruflichen Ehrgeiz und die Intelligenz seiner 2008 verstorbenen Grossmutter gewürdigt.
TV-Debatten: Eine Frage des Formats
Wer gewinnt, wer verliert? Das ist die Frage, welche die Medien vor, während und nach jeder TV-Debatte im US-Wahlkampf beschäftigt. Eine wesentliche Rolle bei der Interpretation eines Debatten-«Resultats» allerdings spielt das Format der Diskussion selber – wie 2012 eindrücklich gezeigt hat. Der neuste Blog-Eintrag von USA-Korrespondent Arthur Honegger: Lesen Sie hier mehr
(sf/sda/muei;hesa)







