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International

Korruption kostet Italien 60 Milliarden Euro pro Jahr

Mittwoch, 17. Oktober 2012, 14:21 Uhr

Die Regierung Monti ist unter Druck. Die Korruption in Italien grassiert, dagegen unternommen wurde bisher wenig. Am Montag will die Regierung nun ein 400-seitiges Dossier vorstellen, in welchem das Phänomen beleuchtet wird.

Experten haben die Korruption in Italien untersucht. 400 Seiten haben sie darüber geschrieben. Das kaum überraschende Resultat: Die Korruption ist weit verbreitet im Land und – sie kostet den Steuerzahler 60 Milliarden Euro pro Jahr.

Bild Italiens Parlament
Hohe Beamte und Politiker in Italien darben nicht – oft fliessen üppige Zahlungen an sie, zum Leidwesen der Steuerzahler. keystone

Etwa öffentliche Aufträge: Ausschreibung und Auswahl dafür legen italienische Verwaltungen viel zu selten offen. Jene, die genug Schmiergeld zahlen, erhalten den Auftrag und können ihn um bis zu 40 Prozent aufblähen. Italien besetzt mit Ghana und Mazedonien Platz 69 im internationalen Ranking jener Länder, die am stärksten von Korruption betroffen sind.

Die Experten befragten auch die Menschen. 64 Prozent der Italiener sind nicht zufrieden mit der Regierung. Sie halten die Massnahmen gegen die Korruption für ineffizient. Die vielen Berichte von korrupten Politikern haben die Menschen erschüttert. Zwei Regionalparlamente mussten sich deswegen auflösen, in der Lombardei und im Latium.

Regierung Monti will handeln

Die Regierung Monti will ein neues Gesetz verabschieden. Es liegt allerdings schon seit Monaten im Parlament. Immerhin, der Minister für die öffentliche Verwaltung macht Hoffnung: Das Gesetz soll bis Ende dieser Woche vom Senat verabschiedet werden.

Italien will anders werden, so wie westeuropäische Staaten. Deshalb steht im neuen Gesetz, dass korrupte Staatsdiener bestraft werden. Bis zu fünf Jahren Haft gibt es künftig für fehlbare Beamte.

(sda/galc;krua)