Inhalt

International

Afghanistan: Sicherheitskräfte zahlen hohen Blutzoll

Mittwoch, 17. Oktober 2012, 9:25 Uhr

Ende 2014 sollen die afghanischen Sicherheitskräfte die Verantwortung von den ausländischen Truppen übernehmen. Schon heute zahlen die afghanische Armee und Polizei mit zahlreichen Toten einen hohen Preis.

Seit Jahresbeginn sind im Durchschnitt insgesamt 537 einheimische Polizisten und Soldaten pro Monat getötet oder verletzt worden. Dies geht aus einer Statistik der internationalen Schutztruppe Isaf hervor. Die Polizei (ANP) hat 2012 demnach bislang durchschnittlich 292 Tote und Verwundete zu beklagen, die Armee (ANA) inklusive der jungen Luftwaffe 245.

Bild Feuer und Rauch, im Hintergrund Polizisten
Afghanische Sicherheitskräfte leben gefährlich. Monatlich kommen hunderte von ihnen ums Leben. keystone

Nach Angaben des Internetdienstes icasualties.org hat der Einsatz in Afghanistan dieses Jahr knapp 360 ausländische Soldaten das Leben gekostet. Zahlen zu Verwundeten unter den ausländischen Truppen liegen nicht vor.

Afghanen übernehmen Ausbildung

Weiter hiess es in der Isaf-Mitteilung, Polizei und Armee verfügten nun über 337‘187 Angehörige. Damit seien 96 Prozent des Ziels von 352‘000 Sicherheitskräften erreicht. Polizei (Ziel 157‘000 Angehörige) und Armee (Ziel 187‘000 Angehörige) seien Ende 2013 voll einsatzbereit. Die Luftwaffe mit dann 8000 Soldaten solle Ende 2017 folgen.

Bild US-Soldaten bei der Ausbildung von afghanischen Soldaten
Das Training der afghanischen Sicherheitskräfte erfolgt mittlerweile mehrheitlich durch einheimische Ausbilder. reuters

85 Prozent der Ausbildung der Sicherheitskräfte erfolge inzwischen durch die Afghanen selber. Bei der Armee seien 100 Prozent der 2709 Ausbilder im Dienst, bei der Polizei 74 Prozent der 1497 Ausbilder. Bis Ende 2014 sollen die afghanischen Sicherheitskräfte im ganzen Land von der Nato-geführten Isaf übernommen haben.

Bis zu 85 Prozent der Rekruten könnten zu Beginn der Ausbildung weder lesen noch schreiben, hiess es in der Statistik weiter. Nach vier Wochen Unterricht hätten bis zu 90 Prozent dieser Rekruten das Leseniveau von Erst- bis Drittklässlern erreicht. Die Armee sei die am meisten respektierte nationale Institution Afghanistans. Die Polizei stehe im Ansehen «ebenfalls an hoher Stelle».

(dpa/muei;hesa)