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Kuba-Kenner: «Bis zur vollen Reisefreiheit ist es noch ein grosser Schritt»
Das kubanische Volk darf ab nächstem Jahr auf Reisen gehen – ohne eine Ausreiseerlaubnis beim Staat zu beantragen. Der Sache ganz trauen will ein deutscher Kuba-Kenner nicht: Für Oppositionelle und andere Gruppen werde es sicherlich Einschränkungen geben, sagt er.
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Bislang sei der Entscheid der Regierung nur eine bürokratische Prozedur, sagt Bert Hoffmann, Kuba-Experte am Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien in Berlin, im «Rendezvous» von Radio DRS. «Noch hat man kein Recht darauf. Der Teufel kann im Detail stecken.»
Erst einmal sei der Entscheid aber sicherlich ein grosser Schritt. Denn für das Volk sei es sehr viel leichter einen Pass zu beantragen als immer eine Ausreisegenehmigung, so Hoffmann.
Er hält den Entscheid für eine ganz wichtige Öffnung der Gesellschaft. Viele hätten Verwandte im Ausland. Das Bedürfnis der Kubaner ausreisen zu können, sei gross.
Experte: «Wünschbar wäre noch viel»
Hoffmann glaubt aber nicht, dass sich das politische System in Kuba grundlegend geändert hat. Denn für Oppositionelle werde es sicherlich keine Reisefreiheit geben. «Ärzte, Lehrer und andere Gruppen, bei denen der Staat eine grosse Abwanderung befürchtet, werden sicherlich Restriktionen haben», sagt Hoffmann.
Auch wenn die weitgehende Reisefreiheit für die grosse Mehrheit der Bevölkerung eine Erleichterung bringen wird, sei es im Vergleich zur vollen Reisefreiheit noch ein grosser Schritt.
«Im Vergleich zu den letzten 50 Jahren ist es hingegen eine ganz dramatische Änderung zu mehr Rechten der Bürger ausreisen zu können, ohne damit gleich mit dem Staat zu brechen und ins Exil gehen zu müssen. Wünschbar wäre aber noch viel.»

Kubas Bevölkerung erhält Reisefreiheit
Kuba gewährt ihren Bürgern eine weitgehende Reisefreiheit. Vom 14. Januar 2013 an benötigten sie keine Ausreiseerlaubnis mehr, sondern nur noch einen Pass und ein Einreisevisum ihres Ziellandes. Hier mehr.
(sf/godc; muei)



