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Krise im Euro-Land

S&P stuft spanische Banken herab

Dienstag, 16. Oktober 2012, 12:21 Uhr

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat wenige Tage nach der Herabstufung Spaniens nun auch die Kreditwürdigkeit von 15 Banken des Landes abgewertet. Damit wird wahrscheinlicher, dass Spanien den Euro-Rettungsschirm beantragen wird.

Bild Das Logo der Bank Bankia, im Vordergrund die spanische Flagge.
Zu den Banken, die von S&P abgewertet wurden, zählt auch die verstaatlichte Bankia, bei der laut den Ergebnissen des jüngsten Banken-Stresstests eine Kapitallücke von 24,7 Milliarden Euro klafft. keystone

Unter den schlechter bewerteten Banken befinden sich auch die beiden grössten spanischen Banken, Santander und BBVA. S&P wertete sie nun – wie zuvor den spanischen Staat – um zwei Stufen ab.

Die Ratingagentur begründete ihren Schritt damit, dass das Risiko für die Banken von der Lage Spaniens abhänge. Eine deutlich höhere Bewertung für die Banken als für den Staat sei nicht gerechtfertigt.

Schlüpft Spanien unter Rettungsschirm?

Ranghohe Vertreter der Euro-Zone rechnen damit, dass Spanien im November Hilfe vom Euro-Rettungsschirm ESM beantragen wird. Dies wurde beim Gipfel von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) bekannt.

Die Bonitätsnote des Landes hatte S&P in der vergangenen Woche auf «BBB-» reduziert. Damit befindet sich die Kreditwürdigkeit nur noch eine Stufe über dem sogenannten Ramschniveau.

Wechselwirkung von Banken und Staat

Die Auswirkungen für die gesamte Bankenlandschaft will die Agentur im November erläutern. Die Banken leiden unter der Rezession in Spanien. Nach dem Platzen der Immobilienblase ächzen die Institute unter faulen Krediten.

Die Regierung in Madrid hat für den angeschlagenen Sektor Hilfen angefragt, aber noch keinen umfassenden Antrag auf EU-Unterstützung gestellt. Experten zufolge hat die Branche einen Kapitalbedarf von knapp 60 Milliarden Euro. Die EU hat Madrid bis zu 100 Milliarden Euro angeboten.

(agenturen/galc; engf)